Belastungen, Entlastungen und ihre Wirkung

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Gestern wurde in den deutschen Nachrichten bekannt, dass eine meiner früheren Mitarbeiterinnen in Afghanistan Opfer eines Mordanschlags wurde. Ich fühle mit der Familie, mit den Angehörigen und den Mitarbeitern vor Ort. Daran hat sich seit Monaten nichts geändert – das Thema ist für mich so präsent, wie seit Ende der Einsatzzeit.

Gemeinsam mit Enno Heidtmann habe ich 2013 einen Beitrag zur prekären Situation der afghanischen Ortskräfte gemacht. Das Versagen unserer Regierung, wenn es darum geht diese Menschen vor Ort zu schützen und ihnen eine Perspektive nach dem Einsatz zu bieten ist mehr als deutlich – Berichterstattung darüber nicht erwünscht.

So groß die Trauer darüber ist – ich bin ruhiger und gefasster, als ich das erwartet hätte und werde in den nächsten Wochen versuchen, das Thema stärker zu begleiten. Über den mir momentan möglichen Umgang bin ich positiv überrascht. Doch ohne die Entlastungen der letzten Wochen wäre ich wohl nicht in der Lage gewesen, nun noch so ruhig zu bleiben.

Seit der ersten Septemberwoche zeichnen sich bei immer mehr Problemfeldern, die ich rund um Erkrankung, gesundheitliche Absicherung und dem Abschluss des Studiums hier thematisiert habe nun endlich Lösungen ab. Gleichzeitig fühle ich eine Entlastung, wie sie in den Wochen und Monaten zuvor nicht zu erlangen war.

Erkrankung

Am Rande einer Veranstaltung traf ich auf eine Traumatherapeutin, die mit einem Verfahren arbeitet, das momentan sehr vielversprechend klingt. Wie die Therapie verläuft, werde ich in den kommenden Wochen dann hier im Blog begleiten.

Die Finanzierung von rund 300 bis 400 Euro monatlich werde ich wohl über den Studienkredit realisieren können, der hoffentlich spätestens im Dezember regelmäßig ausgezahlt wird.

Absicherung

Das größte Problem der letzten Wochen – eine bezahlbare Krankenversicherung – konnte ich dadurch lösen, dass eines meiner Arbeitsverhältnisse in ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis umgewandelt wurde. Damit stehen mir monatlich nun mindestens zwischen 750 und 850 Euro zur Verfügung. Netto.

Das reicht zumindest, um die Wohnung zu halten und Lebensmittel einzukaufen. Der Unterhalt für die Kinder muss leider weiterhin vom Amt getragen werden. Derzeit ist es für mich neben Therapie, Erwerbsarbeit (rund 30 Stunden pro Woche) und dem, was für die Bachelorarbeit notwendig ist nicht möglich, Vollzeit zu arbeiten.

Entlastungseffekte

Die Begleitung durch einen professionellen Coach im Rahmen der Bachelorarbeit ist eine wichtige Absicherung, was den sozialen Bereich angeht. Um mich nicht zu überlasten brauche ich das kritische Auge und die regelmäßige Begleitung in dem Arbeitsprozess, der mich sicherlich stark fordern wird. Mir stehen lediglich sechs Wochen Bearbeitungszeit zur Verfügung – einen Zweitversuch gibt es ebenso wenig, wie die Möglichkeit noch weitere Semester dran zu hängen.

Wie im Blog angezeigt, werde ich für Therapie und Coaching in den kommenden Monaten den Studienkredit in Anspruch nehmen müssen, der erst zwei Jahre nach Studienabschluss zur Rückzahlung ansteht.

Spürbare Entlastungen

Nachdem seit Ende Juli der Druck auf mir lastete, wie das immer noch in der Schwebe befindliche Verfahren bezüglich des Berufsschadensausgleichs (militärisch: Wehrdienstbeschädigung) weiter geht, konnte im Gespräch mit dem PTBS-Beauftragten nun zumindest eine Klarheit bezüglich des weiteren Ablaufes erzielt werden.

Mein Anwalt wurde seitens der Wehrverwaltung in Düsseldorf im Juni – nach seiner Aussage recht harsch – belehrt, dass Nachfragen nach dem Verfahrensstand nicht gerade positiv wären und solche Anfragen bitte nicht stattfinden sollten. Daraus mag die Überlastrung der Arbeitskräfte dort sprechen – doch nach über einem Jahr nicht einmal zu wissen, was der aktuelle Bearbeitungsstand ist, ist nicht hinnehmbar. Sah auch der PTBS-Beauftragte so.

Erst mit einer weiteren Eingabe beim Wehrbeauftragten des Bundestages konnte ich Ende Juli zumindest den Zwischenstand in Erfahrung bringen – im September wurde nun durch den PTBS-Beauftragten immerhin ein grober Ablauf (Begutachtung frühestens Oktober – Ergebnisse frühestens zum Jahreswechsel) umrissen.

Deutlich mehr Entlastung brachte aber die Umwandlung eines Arbeitsverhältnisses in ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis mit Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung. Die Nachricht darüber erreichte mich am Montag abend.

In den letzten Tagen bemerke ich einen deutlichen Unterschied zu den letzten Wochen und Monaten. Es mag seltsam klingen oder banal bis verschroben anmuten, aber die Entlastung äußert sich in sehr grundlegenden Empfindungen: Müdigkeit und Hunger.

Mit der Anspannung ist nun auf einmal wieder Raum da, dass ich diese “Signale” des “normalen Grundbetriebes” wieder wahrnehme, statt bewusst auf ausreichend Schlaf und regelmäßige Nahrungsaufnahme achten zu müssen. Seit Juli gab es immer wieder hochgradig aktive Tage, an denen ich jedoch wieder aus dem Takt geriet, was Essen und Schlaf anging.

Aussicht

Seit dem Gespräch am 10.09.2014 mit dem PTBS-Beauftragten habe ich erstmals wieder den Eindruck, dass konstruktiv an einer Entlastung gearbeitet wird. Für Freitag, den 19.09.2014 ist seitens der/des Fallmangerin/s angekündigt, dass ein Unterstützungskonzept für die nächsten Monate kommt. Was auch immer da kommt: das Maß an Absicherung, das ich mit einem reaktivierten KfW-Kredit erreichen kann, ist ein wichtiger Schritt nach vorn. Endlich.

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Mal gespannt, was da nun kommt, Herr General

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Rund zweieinhalb Stunden dauerte das Gespräch am 10.09.2014 im Verteidigungsministerium. Der Beauftragte für Posttraumatische Belastungsstörungen und Einsatzschädigungen General von Heimendahl, zwei seiner Mitarbeiterinnen, mein/e Fallmanager/in sowie ein Mitarbeiter einer Bundestagsfraktion gingen mit mir meinen Fall durch.

Seit dem 1.9. ist die Förderzeit vorbei – was bleibt ist eine berufsbedingte, bisher nicht hinreichend therapierte Erkrankung. Obgleich schon seit Mai 2013 ein Antrag auf Anerkennung der Wehrdienstbeschädigung läuft, kann ich vor Oktober 2014 nicht mit dem nächsten Schritt – einer sozialmedizinischen Begutachtung rechnen.

Abschließende Ergebnisse – so General von Heimendahl – sind nicht vor Jahresende zu erwarten. Damit bin ich nur einer von zahlreichen Fällen in der Antragsfalle. Die daraus resultierenden Probleme sind jedoch gravierend, da ich meine akademische Ausbildung krankheitsbedingt noch nicht abschließen konnte.

Als Resultat meiner Dienst- und Förderzeit ist derzeit die einzige erreichbare Krankenversicherung mit 275 Euro eine private Versicherung, da ich studententypische Arbeitsverhältnisse im 450 Euro und freiberuflichen/selbständigen Bereich ausübe. Gemessen am Einkommen ergibt sich ein Beitragssatz von rund 40 % meines derzeit etwa 800 bis 900 Euro umfassenden Einkommens.

Möglichkeiten aus der Privatversicherung in die gesetzliche Krankenversicherung zu kommen habe ich nicht. Das bestätigte heute auch die Juristin aus dem Team des PTBS-Beauftragten.

Ein Anspruch auf Krankengeld existiert ebenfalls nicht.

Die einzig gangbare Option, um während des Genesungsprozesses eine Krankenversicherung zu haben wäre, mich in HARTZ4 zu begeben und das würde die Beendigung meines Studiums erfordern.

Ich wähle die Verschuldung und werde in dem kommenden Monaten hoffentlich das KfW-Darlehen reaktivieren können, um daraus im kommenden Semester die Krankenversicherung und ein notwendiges Coaching während der Bachelorarbeit zu zahlen.

Zeitgleich laufen Unterhaltsrückstände i.H.v. monatlich 360 Euro auf.

Derzeit prüft General von Heimendahl, wie eine Unterstützung erfolgen kann.

Antworten bleiben aus

Zu den Aspekten der Drohungen im Adlon, den Bundeswehrfalschmeldungem zum 27.09.2008 und den generellen Zuständen innerhalb meiner ehemaligen Truppengattung ( Zahl von Bore- & BurnOuts, Häufigkeit der Einsatzbeschickung und einsatzbedingten Belastungsstörungen) konnte ich keine klare Position des Generals erhalten.

In Bezug auf den angeblichen Standard “4 Monate Einsatz – 20 Monate Regenerationsphase” gab er mir zu verstehen, dass das Problem bekannt, aber nur politisch zu lösen sei. “Hier wird Personal verheizt!” – das sind Worte, die er in seiner Funktion als General im BMVg nicht in den Mund nehmen kann – Intellekt und Auftreten lassen aber darauf schließen, dass er die Problemlage als solche erkannt hat.

Wir kamen im Gespräch oft in Bereiche, die nur politisch gelöst werden können, aber von der Regierung allenfalls mit Geldtöpfen geflickt werden. Offenbar ist auch in diesem Bereich die Kalkulation kühl: Recht schaffen ist teurer, als denen, die laut genug schreien aus Stiftungen, Sondermitteln oder ähnlichem temporäre Unterstützung zukommen zu lassen.

Und währenddessen sterben die, denen die Kraft oder die Lobby fehlt. Hurra, Deutschland – Staatsfeind wollte ich eigentlich nicht werden.

Es bleibt abzuwarten, welche Unterstützungen nun möglich werden – auf gesetzliche Regelungen müssen Menschen in meiner Lage nicht hoffen – die “Schwarze Null” hat mehr Strahlkraft, als Verantwortung zu zeigen und zur irregeleiteten Einsatz- und Personalpolitik des Afghanistankrieges und deren Folgen zu stehen.

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Termin PTBS-Beauftragter: 10.09.2014

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Seitens der/des Fallmanagers/in wurde mir nun ein Termin für das Gespräch mit dem Beauftragten General für Posttraumatische Belastungsstörungen und Einsatzerkrankungen für den 10.09.2014 vorgegeben. Angeblich sei man bereit, einem zivilen Gutachterprozess zuzustimmen. Das ändert jedoch derzeit nichts an den konkret zu lösenden Problemen.

Im Laufe des Wochenendes traf ich eine Therapeutin, die sich mit der PTBS-Thematik bereits befasst hat und mit der ich in den nächsten Tagen dann Kontakt zwecks der Gestaltung einer Therapie aufnehmen werde. Die Auseinandersetzung und Therapie braucht Zeit und Aufmerksamkeit – wird damit erneut zu einer Belastung werden, wenn die Forderung nach einem Vollzeitjob und regelmäßigen Unterhaltszahlungen laut werden.

Parallel dazu soll das Studium abgeschlossen werden und zwei Jobs zuverlässig erfüllt werden. Ich habe deshalb bereits Kontakt mit einem Coach aufgenommen. In den nächsten Tagen planen wir in eine Auftaktcoaching, wie die Zusammenarbeit aussehen kann und wie die Begleitung im kommenden halben Jahr erfolgen kann.

Um all das zu bezahlen muss ich mich weiter verschulden und hoffe auf eine zeitnahe Reaktivierung des KfW-Studienkredites. Dank meines Versicherungsvertreters erhielt ich nun ein optimiertes Angebot und muss künftig 275 Euro für die Krankenversicherung berappen.

Bundeswehrbedingt musste ich mich in den letzten Jahren privat versichern. Das sorgt nun dafür – so die letzte Aussage eines der Krankenkassenberater – dass ich nicht in die gesetzliche / freiwillig gesetzliche Versicherung wechseln kann. Sollte das im Rahmen eines sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis irgendwann möglich werden, werde ich zwar in diese Versicherungsvarianten gelangen, muss aber für den Fall, dass ich als Selbständiger irgendwann mal wieder in die private Versicherung wechseln muss eine Anwartschaft unterhalten. Die Erkrankung gilt als 100%iger Ausschlussgrund bei der Aufnahme.

Dieser Nachteil sollte bei berufsbedingten Erkrankungen nicht entstehen dürfen. Ein Ausgleich erfolgt derzeit nicht – die Erkrankung ist seit nunmehr 17 Monaten konkret und ein Nachteil.

Für ehemalige Soldaten ist eine derartige Erkrankung, sowie die notwendige Regenerationsphase existenzgefährdend und mit finanziellem Abstieg verbunden.

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Begleitung erwünscht

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Für die nächste Woche bin ich um Termin beim PTBS-Beauftragten im Verteidigungsministerium in Berlin eingeladen.

Als Terminvorgabe habe ich angegeben, dass ich in der Zeit vom

Montag, 08.09.2014 bis Mittwoch, 10.09.2014 einen Termin zwischen 09:30 Uhr und 13:00 Uhr vorschlage.

Für diesen Termin suche ich eine unabhängige Begleitung. Mein/e Fallmanger/in wird dabei sein und ich möchte explizit eine weitere Person quasi als Zeugen mitnehmen.

Ich würde mich über einen Journalistenkollegen oder MdB / Bundestagsmitarbeiter als Begleitung freuen.

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Kriegsdienstverweigerung – Austrittserklärung

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Sehr geehrte Damen und Herren
des Deutschen Bundeswehrverbandes,
des Reservistenverbandes sowie
des Bund Deutscher Veteranen,
des Wehrbeauftragten,
des Bundespräsidialamtes,
des Bundeskanzleramtes,
des Bundesministeriums der Verteidigung,

hiermit trete ich mit sofortiger Wirkung aus den angesprochenen Vereinen aus. Gleichzeitig wird dieses Schreiben als Kriegsdienstverweigerung bei den zuständigen Stellen eingereicht.

Begründung:

Als einsatzgeschädigter Soldat habe ich mich in den letzten 17. Monaten hilfesuchend an die Instanzen gewandt, die vorgeben für Soldaten da zu sein. Ich erhoffte mir Unterstützung auf dem Weg hin zu einer Therapie und in ein für mich zu bewältigendes Arbeitsverhältnis / Pensum – letztlich zurück in die Gesellschaft.

Dabei war es für mich wichtig, dass einer der Gründe für meine Einsatztraumatisierung aufgearbeitet wird. Seit ich Ende November 2012 Kenntnis davon erlangte, wie das Parlament durch bewusste Falschinformation in der Kontrolle der Armee nahezu ausgehebelt wird, habe ich mich für die Aufarbeitung eingesetzt.

Öffentlich, auf politischer Ebene und immer wieder auch mit dem Versuch, Unterstützung durch die Verbände zu erhalten. Zuletzt sprach ich mit Herrn Oberstleutnant Andre Wüstner am Rande einer Demonstration gegen die Waffen- und Rüstungslobby, erwähnte den Sachverhalt und übergab meine Karte als Kontakt.

Ähnlich, wie zahlreiche Stellen (Bundespräsidialamt, Bundeskanzleramt, Bundesministerium der Verteidigung, Wehrbeauftragter, Büro des Beauftragten für PTBS und Einsatzschädigung) erging auch Herr Wüstner sich in Schweigen. Fragen, die ich seit 17 Monaten stelle und für die niemand verantwortlich sein will.

Die Frage nach der parlamentarischen Kontrolle dieser Bundeswehr stellt sich anlässlich des bevorstehenden IRAK-Einsatzes erneut. Diplomaten und kriegswillige Parlamentarier finden erneut rechtliche Konstrukte, wie Soldaten, Waffen und Gerät ohne parlamentarische Beteiligung und Beschluss in alle Welt entsandt werden können.

Persönliche Situation:

Es wäre spekulativ zu behaupten, dass gewisse Seltsamkeiten, die ich in der Zusammenarbeit im Rahmen der aufzuarbeitenden Traumatisierung / Erkrankung mit den politischen Fragen zu tun hatten, die ich im Rahmen meiner journalistischen Tätigkeit stellte. Der Wehrbeauftragte ist mit der inhaltlichen Prüfung meiner Arbeit auf Vereinbarkeit mit der Freiheitlich Demokratischen Grundordnung beauftragt. Bis dato warte ich auf Eingangsbestätigung der Eingabe – stelle diese aber gegebenen Falles erneut.

Die beteiligten Stellen des Bund Deutscher Veteranen gaben sich zuletzt große Mühe dabei, mich zu unterstützen, was immerhin in Übernahme einer Behandlungsrechnung endete. Danke dafür.

Doch letztlich wirkten alle Beteiligten auf eine Lösung hin, die im Ergebnis zu jahrelangen Rechtsstreitigkeiten um die Höhe der Schädigung enden werden. Die wirkt sich in meinem Fall nicht nur krankheitsverschlimmernd aus.

Den angeratenen Weg zu beschreiten hätte unweigerlich in HARTZ4 und zum Abbruch meines Studiums geführt. Als Ergebnis des Militärdienstes und der einsatzbedingten Erkrankung wäre ich dann als Abiturient und Führerscheininhaber auf dem zivilen Arbeitsmarkt gelandet.

Das Offizierpatent gilt derzeit zivil nicht als abgeschlossener Beruf, was auch in allen Sparten des Sozialsystems zur Einstufung “Abiturient mit Führerschein im Alter von 35 Jahren” führt. Umgangssprachlich ausgedrückt nennen das weite Teile der Bevölkerung – zuletzt sprachen auch aktive Soldaten und Reservisten mir gegenüber davon – plakativ schlichtweg “Zivilversager”.

Kriegsdienstverweigerung

Nach der offenkundigen Weigerung, die von mir vorgebrachten Sachverhalte zum 27.09.2008 zu prüfen und die Kontrolle der Bundeswehr durch das Parlament in einem angemessen, öffentlich vertretbaren Rahmen zu gestalten habe ich erhebliche Zweifel daran, dass das Handeln der Bundeswehr und die parlamentarische Kontrolle rechtmäßig und mit dem Grundgesetz vereinbar gestaltet sind und zur Anwendung kommen.

Angesichts entstehender Kriege im Irak und offenbar auch in der Ukraine, die in nicht absehbarem Umfang durch das Handeln Deutschlands – als Land oder als Bündnispartner im Rahmen der NATO – mit geprägt werden, verweigere ich hiermit jeglichen Dienst an der Waffe, sowie im Rahmen der Streitkräfte.

Dies entlastet die angesprochenen Stellen nicht von der Kompensation der entstanden Einsatzschädigung aus meiner Dienstzeit, den Jahren der Berufsförderung sowie den Verwaltungsverfahren der letzten 17 Monate seit Feststellung der einsatzbedingten Erkrankung.

Ich werde mir erlauben, sämtliche Rechnung, die mir aus der Behandlung der Einsatzschädigung entstehen öffentlich zu machen – auch, wenn Sie dieses Schreiben vermutlich zum Anlass nehmen, sich aus der finanziellen Verantwortung zu ziehen.

Anbei erhalten Sie die Schilderung des zu prüfenden Sachverhaltes. Im Rahmen des Presserechtes Räume ich selbstverständlich das Recht zur Gegendarstellung ein.

FREITAG Community Blog

Gruß

Daniel Lücking

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Draußen vor der Tür

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Die Prioritäten der nächsten Wochen sind klar – eigentlich die gleichen, wie schon seit Wochen. Das Wehrdienstbeschädigungsverfahren wird enden. Wie schon bei zahlreichen anderen Antragstellern zuvor. Ein Faktor, mit dem die verantwortlichen Stelle meines Erachtens nach kalkulieren – und das wohl völlig normal finden.

Warum das Aufgeben die Krankheit zumindest nicht verschlimmert? Quasi den Rest Gesundheit erhält? Weil die folgenden Monate und Jahre in Verwaltungsmühlen dermaßen zersetzend sind und NICHTS mit einem Heilungsprozess zu tun haben.

Prioritäten der kommenden Wochen:

1. Sicherungsmaßnahme Krankenversicherung
2. Sicherungsmaßnahme Einkommen
3. Sicherungsmaßnahme Studienabschluss
4. Begleittherapie
5. Wehrdienstbeschädigungsverfahren

und zwar in dieser Reihenfolge.

Warum mich derzeit allerei Kräfte aus dem Bundeswehrumfeld in “5″ – also das Wehrdienstbeschädigungsverfahren – zwingen wollen und dafür hinnehmen, dass ich in HARTZ4 lande, das Studium abbrechen muss und ist logisch nur mit dem Auftrag von “Zersetzung” und Vorschriftenhörigkeit zu erklären.

Nach der Drohung im Dezember 2013 kann ich keiner der Bundeswehrinstitutionen mehr trauen. Vielfach angesprochen – überprüfen wollen es weder Wehrbeauftragter, noch PTBS-Beauftragter. Die peinlichen Momente des Schweigen, der nach Luft schnappende, empörte Mitarbeiter im Büro des PTBS-Beauftragten zeigten mir ein deutlich erkennbares Wissen um das, was da passiert war. Bloß nicht Nachfragen.

Die Hoffnung auf ein unabhängiges Gutachten ist schlichtweg nicht angemessen. Zwischenergebnisse im Wehrdienstbeschädigungsverfahren werden nicht mitgeteilt – aber neue Begutachtungen über meinen Kopf hinweg angesetzt. Das Verfahren ist zu Abwehr von Ansprüche konzipiert.

Ein System soll helfen, welches nicht einmal mit dem Menschen kommuniziert, für den es arbeiten soll und das nur mit Zwang argumentiert?

Meine Fragen zum 27.09.2008 bleiben und eurer Schweigen und Desinteresse ist bezeichnend. Ich lasse mich nicht mit “Versorgung” ködern oder über Gutachten Druck im Rücken machen.

Das diesem menschenverachtenden System überhaupt noch Soldaten folgen, die ahnen müssen, dass sie jederzeit in der gleichen Rolle stecken können, wie ich, ist ein wahres Wunder …

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Scheiße hoch 5 – die Woche “läuft” – nur halt nicht für mich

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Ich mache derzeit eine bedrückende Erfahrung. Menschen, denen ich ehrlich darauf antworte, wie es mir geht und wie “meine Woche” war, steigen ungefähr bei 20 % der Darstellung aus, weil sie mit der Situation überfordert sind. Gängige Ausstiegskommentare dieser Woche: “Das wird schon.” oder “Da muss es eine Lösung geben.” oder auch “Ich verstehe das nicht.”

Blöd, dass es gerade mein Leben ist, meine Existenz ist, die gefährdet ist.

Montag:

Abeitgebergespräch: meine Leistungen sind derzeit so dürftig, dass ich – realistisch gesehen davon ausgehen muss, das der Job nur noch bis Ende September besteht. Wir reden über die dürftigen Leistungen und ich kann immerhin erklären, dass dieser Blog zum Abreagieren da ist und woher die hohe Schlagzahl an Texten gerade kommt. Der Antrieb ist schlicht die akut existenzbedrohende Lage. Schon für die NSA-Berichterstattung im Juni/Juli ging ich über meine Reserven, arbeitet mich gleichzeitig in “Job 2″ ein und geriet bei Job 1 ins Hintreffen, was die Leistungen angeht.

Ich bitte dennoch darum eine Verlängerung von 3 Monaten und Übernahme der Sozialversicherungsbeiträge, so dass ich in einen bezahlbaren Bereich einer Krankenversicherung komme.

Im heutigen Telefonat mit der Technikerkrankenkasse sagt mir der Mitarbeiter, dass ich mit der Jobkonstellation “Sozialversicherungsfreier Minijob” und “Selbstständige Tätigkeit auf Honorarbasis” NICHT in die gesetzliche Krankenkasse aufgenommen werden DARF. Das ist nun der dritte Ansatz, das irgendwie möglich zu machen – die Absagen sind einhellig.

Mindestens ein Job muss die Arbeitsgeberbeiträge abwerfen, damit ich von der Privaten Versicherung in die gesetzliche Versicherung rutsche.

Lieber Herr Gesetzgeber,

fällt ihnen ihre eigene IDIOTIE eigentlich noch auf? Sie erklären eine Krankenversicherung zur PFLICHT und lassen Jobs zu, die halbwegs zum Leben OHNE staatliche Förderung ausreichen, aber verwehren mit ihrer undurchdachten und A-SOZIALEN Gesetzgebung dann denen, die Arbeit haben und arbeiten WOLLEN den Zugang?

Ein herzlich “FICKT EUCH!”

Ergo: ich muss monatlich 300 Euro für die private Versicherung aufbringen.

Dienstag:

Ich setze mich mit den Möglichkeiten auseinander als Journalist in die Künstlersozialkasse einzutreten. Tenor dort ist aber, ich muss erst einmal nachweisen, dass ich Einkommen aus dem Journalismus erziele und Redaktionen als regelmäßige Abnehmer meiner Artikel habe. Das kann ich derzeit nicht vorweisen. Keine Aufnahme in Sozialversicherung.

Ich kann weder die Anzahl an Artikeln nachweisen, noch so zuverlässig abliefern, dass ich davon leben kann. Wie auch, wenn ich für den Lebensunterhalt arbeite, erkrankungsbedingt immer wieder Phasen habe, in denen ich nicht gerade konzentriert arbeiten kann.

Mittwoch:

Anruf bei der KfW um das Studiendarlehen wieder aufleben zu lassen und damit etwas finanziellen Druck zu nehmen, um den Kopf für Job 1 und überhaupt zum funktionieren wieder frei zu bekommen. Die Abläufe die nötig sind machen einen Auszahlungsbeginn ab Dezember 2014 wahrscheinlich.

Die erbetene Hilfe seitens des PTBS-Beauftragten bleibt aus. Der PTBS-Beauftrage telefoniert lediglich mit meinem/r Fallmanager/in und vertagt sich auf die kommende Woche. Angeblich solle ein Gespräch mit mir geführt werden. Bis heute: NICHTS. Sucht er immer noch nach Ausreden, falls ich wieder nach den Gefangenen und dem Menschenrechtsthema frage? Wie kann ich das in einem Staat mit angeblicher freiheitlich demokratischer Grundordnung nur tun?

Ich bin für das kommende Semester immatrikuliert, kann darauf hoffen, dass der KfW-Kredit ab Dezember dann regelmäßig zur Auszahlung kommt. 300 Euro davon sollten regelmäßig die Krankenversicherung decken. Irgendwie muss ich bis dahin Geld für eine Krankenversicherung haben.

Donnerstag:

Telefonat mit meinem Anwalt. Er übt Druck aus, ich solle entweder ins Bundeswehrkrankenhaus gehen oder halt keine Wehrdienstbeschädigungsantrag stellen. Ich fertige ein Gedächtnisprotokoll in Tweets an, um das festzuhalten.

Der Weg, den er vorschlägt führt in HARTZ4 und Studienabbruch, nicht einmal zur Aufnahme einer Behandlung. Ich brauche eine Therapie, Reha und geordnete Einarbeitung – er will mich in einen Depressionen verstärkenden Verwaltungsvorgang pressen. Hilfe sieht anders aus.

Ich wende mich nochmal an ihn und schlage ihm ein Musterverfahren vor, dass die Beweislastumkehr anstrebt. Derzeit muss der Soldat der Bundeswehr nachweisen, das seine bereits als “Einsatzbedingt” diagnostizierte Erkrankung auch wirklich vom Einsatz her stammt. Selbst, wenn der Soldat häufiger im Einsatz war, als die von der Ministerin propagiere “4 Monate Einsatz – 20 Monate Inlandsdienst” Regel. Teilweise wurden während des Afghanistaneinsatzes regelmäßig Ruhezeiten von 12 Monaten unterschritten.

Sie lesen richtig:

– Bundeswehr ignoriert Schutzzeiten
– Soldat erkrankt – Bundeswehr diagnostiziert, dass die Erkrankung “EINSATZBEDINGT” ist
– Soldat muss der Bundeswehr nachweisen, dass die Erkrankung wirklich einsatzbedingt ist.

Würde mal jemand in der Legislative die Fenster öffnen? Der Sauerstoffmangel schlug bei euch wohl aufs HIRN!
Alternativ: ihr seid so menschenverachtend.

Mein Vorschlag, die Beweislastumkehr anzustreben führt dazu, dass der Anwalt, der auch “Verwaltungsrecht” unterrichtet aus dem Mandat aussteigt. Also lieber nicht funktionierende und menschen-zerstörende Verwaltung unterrichten.

Hier der Schriftverkehr inklusive meinem Vorschlag, warum eine Beweislastumkehr angebracht ist.

Ich habe keine Ahnung, wie lange ich all das noch aushalte, wie lange mein Körper diesen Dauerstress erträgt und wann ich schlichtweg zusammenklappe. Aber das ist dann auch wieder meine Schuld. Ebenso, wenn ich dann sage, dass unter diesem Druck es kaum möglich ist, eine Bachelorarbeit zu schreiben, um einen Studienabschluss zu machen.

Sehr geehrter Herr Lücking,

angesichts der erörterten rechtlichen Situation in Ihrem Verfahren, der
Gesetzeslage sowie Ihrer und meiner Haltung dazu, sehe ich keinen Weg für
ein weites erfolgversprechendes Mandatsverhältnis. Wir sind in
grundsätzliche Dingen so unterschiedlicher Auffassung, dass ich Ihre
Interessen nicht vertreten kann.

Ich lege aus diesem Grund mein Mandat in Ihrer WDB-Angelegenheit mit
sofortiger Wirkung nieder. Dies werde ich auch dem BAPersBw mitteilen und
das Amt bitten, sich zukünftig mit Ihnen direkt oder einem neu zu
benennenden Anwalt in Verbindung zu setzten.

Kosten für die bisher geleistet Arbeit entstehen Ihnen nicht.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und alles Gute.

Mit besten Grüßen

Vorausgegangen war dieses Schreiben an ihn:

Sehr geehrter Herr *Anwaltsname*


Nächste Schritte im Verfahren:

Bitte beantragen Sie medien-öffentlich in meinem Namen und auf meinen Wunsch
hin die Beweislastumkehr im WDB-Verfahren:

Begründung:

Angesichts der Häufigkeit meiner Einsatzentsendungen zwischen 2005 und
2008 wurde wesentlich gegen die Pflicht zur Fürsorge verstoßen.

Meine Fachausbildung zum Radioredakteur wurde vom vorgesehenen
Ausbildungsplan (12 Monate) auf nur 2 Monate mit sofortiger Entsendung in
den Afghanistaneinsatz 2005 verkürzt.

Grund dafür waren Personalengpässe der Truppe für Operative Information.

Im Anschluss (März 2006) erfolgte die Einplanung bei der NATO-Response-Force
mit Auslandsübungen im Mai (Straßburg, Frankreich) und Juni/Juli (Mindelo,
Kap verdische Inseln), zwei weitere Anfragen für ISAF-Kontingente ab März
2007 und Juli 2007.

Eine Meldung meinerseits im Juni 2007 für einen Einsatz ab November 2007
wurde seitens meines Chefs mit “noch länger hätte ich sie von der
Einsatzliste auch nicht herunter halten können” kommentiert.

Angesichts des Drucks, der auf der Truppengattung lastete und der auf mir
als unstudierten Offizier bei Ablehnung von Einsätzen zusätzlich aufkam,
sehe ich hier einen Verstoß gegen die Fürsorgepflicht.

Vom vorgesehenen Modell 4 Monate Einsatz – 20 Monate Dienst im Inland wurde
regelmäßig abgewichen. Frau von der Leyen erklärte zuletzt im Dezember 2013
bei Amtsantritt, dass dies die Regel sei.

Zeugen der Op-Info-Lage sind der damalige Chef “*NAME*
(Chef NRF-Zug & 2./950), *NAME* (Chef 6./950 bis März
2007), *Name* (Chef 6./90 ab März 2007, Bruder
des CDU-MdB *NAME*) sowie Bataillonskommandeure, wie *NAME* und andere.

Es war meine Aufgabe als Soldat ggfs auch persönliches Zurückzustellen und
dem Dienst Vorrang einzuräumen. Mit den Folgen werde ich nun allein
gelassen.

Ich authorisiere ausdrücklich die öffentliche Verwendung im Rahmen von DBwV
und Oberst Schöttler Stifung und DKOF, nicht aber Bund Deutscher Veteranen.

Bitte streben Sie eine Musterklage an, die eine Beweislastumkehr in
WDB-Verfahren zum Ziel hat, wenn der betroffene Soldat nachweislich häufiger
im Einsatz war, als der von der Ministerin erneut bestätigte 4 Monate
Einsatz – 20 Monate Dienst im Inland Rhythmus, selbst wenn Soldaten
freiwillig diese Zeiten unterschritten haben.

Als abhängig Beschäftigte ist davon auszugehen, dass sich die Antragsteller
im Sinne des Dienstherrn verhalten haben und die Schädigung durch Ausübung
des Dienstes entstanden ist.

Der Dienstherr hätte den Weitblick aufweisen müssen und mögliche
Schädigungen vorab unterbinden müssen. Woher kam sonst die Richtlinie 4
Monate Einsatz 20 Monate Dienst im Inland, wenn der Dienstherr nicht schon
von einer Schädigung bei häufigerer Entsendung ausgegangen ist?

Mindestens sollte angestrebt werden, das

1. die Schutzzeit leichter erreichbar ist, wenn 4/20-Regel nicht eingehalten
wurde.

2. WDB-Antragssteller für die Dauer des Verfahrens gesetzlich
krankenversichert sind, freie Heilfürsorge erhalten bzw.
beihilfeberechtigt (70% Beihilfe, 30 % Privat) sind.

3. das die Einsatzunfallregelung nicht gilt, wenn nachweislich die
Einsatzhäufigkeit höher war, als 4/20.

Bitte beziehen Sie Instanzen, wie den Wehrbeauftragten und den
Menschenrechtsbeauftragten in das Verfahren mit ein.

Mit freundlichen Grüßen

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Augenzeugen von internationaler Rechtsbeugung

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Erschienen im Community-Blog bei “Der Freitag”, 26.08.2014


Augenzeugen von internationaler Rechtsbeugung

Soldaten: Wo der nächste Krieg mit deutscher Beteiligung geführt wird, ist noch nicht festgelegt. Das ein bewaffnetet Einsatz kommen wird, ist jedoch immer deutlicher spürbar.

Um einen rechtlichen Rahmen für Auslandseinsätze zu schaffen müssen Regierungen und Parlamente zunächst diplomatische Anstrengungen unternehmen. Sie handeln aus, wie sie in eigentlich souveränen Ländern mit ihren Truppen agieren können.

Die Bevölkerung nimmt leider immer noch an, dass aus den Gräueln der Kriege des zwanzigsten Jahrhunderts gelernt worden wäre. Doch vor Ort wird klar, dass Menschenrechte mit Füßen getreten wurden.

Leider wurde ich Augenzeuge eines dieser Vorfälle. In diesem Artikel werde ich aus einem offiziell eingestuften Dokument zitieren und mich damit vermutlich der rechtlichen Ahnundung durch die Bundesregierung aussetzen.

Das Dokument ist dabei nicht einmal besonders geheim – „VS – Nur für den Dienstgebrauch“ – zahlreiche Journalisten arbeiten täglich mit solchen Dokumenten, die formal nicht an die Öffentlichkeit gehören, in Berlin aber förmlich wie Flugblätter kursieren, wenn es Parteiinteressen dienlich ist.

Besonders junge Journalisten sollen sich gebauchpinselt fühlen, was ihnen da zugänglich gemacht wird. Verfolgt werden Veröffentlichungen, die auf VS-NfD-Dokumenten basieren in der Regel nicht.

Öffentlichkeit herstellen

Ich wurde Ende September 2008 vor Ort in Afghanistan zunächst Zeuge davon, wie die Öffentlichkeit belogen wird. Die Geschehnisse des 27.09.2008 landeten in einer Form in der Presse, die nur mit einem Wort zu beschreiben ist: Vertuschung.

Vertuschung – diese Ansicht teilt auch Gregor Gysi in seiner Reaktion auf meinen offenen Brief im Februar 2014.

Ich halte Ihre Darstellungen als eines direkt Beteiligten, als eines Augenzeugen, der persönlich sehr viele Risiken auf sich genommen hat und weiter auf sich nimmt, für besonders glaubwürdig. Zu offensichtlich ist das Interesse, dass Bundeswehr und Bundesverteidigungsministerium an der Vertuschung von Kampfhandlungen hatten, die damals die Sicherheit des größten Lagers der Besatzungstruppen im Norden Afghanistans in Frage gestellt haben. Zu offensichtlich ist auch das Interesse, sich nicht für das Schicksal von Gefangenen zu interessieren, die man den lokalen Machthabern übergeben hat.

Ich unterstütze Ihr Anliegen nachdrücklich, die Einstufung der besagten Antwort der Bundesregierung auf unsere Kleine Anfrage (DS 17/14083) aufzuheben und sie somit der Öffentlichkeit frei zugänglich zu machen. Dies liegt in der Hand der Bundesregierung und des zuständigen Ministeriums. Es ist auch ein Test, wie ernst es Frau von der Leyen damit ist, für mehr Transparenz in ihrem Verantwortungsbereich zu sorgen.“

Menschenrechte

Mir wurde in den Tagen nach dem 27.09.2008 vom landeskundlichen Berater des RC-North-ISAF Kommandeurs geschildert, dass die Menschen, die bei dem Angriff festgenommen wurden „einen Kopf kürzer gemacht wurden“ – afghanisch gelöst. So sei das eben. Aber das machen die nicht wieder.

Der Informationsgeber ist einer von vermutlich nicht mehr als fünf Menschen, die diese Information verfügbar hatten. Er arbeitet mit einer hohen Sicherheitsstufe, die eine Tätigkeit mindestens an der Schnittstelle, wenn nicht gar direkt beim Bundesnachrichtendienst nahe legt.

Zu beweisen? Nein. Damit scheitere ich auch an allen journalistischen Möglichkeiten, wenn ich Kollegen davon überzeugen will, das Thema zu bringen.

Teilgeständnis durch die Bundeswehr

Die eingestufte Antwort enthältjedoch die Bestätigung dafür, wie der Schutzregelungen für den Umgang mit Gefangenen umgangen werden. Die relevante Passage ist im Abschnitt „1 f“ enthalten:

1.f)
„Wie viele Personen wurden im Zusammenhang mit dem Angriff auf die Bundeswehr festgenommen?“

Die Bundeswehrverantwortlichen reden sich in einer beschämenden Art und Weise heraus. Ich war selbst Augenzeuge der Personendurchsuchung – blickte dem Angreifer am Abend des 27.09.2008 ins Gesicht. Er stand auf der Fahrbahn am Lagereingang des Camp in Masar-e-Sharif und wurde mit vorgehaltener Waffe kontrolliert. Die offizielle Darstellung in der Antwort der Bundeswehr:

„Eine Festnahme im Sinne einer Ingewahrsamnahme durch deutsche Kräfte hat nicht stattgefunden.

Jedoch wurden zwei afghanische Zivilpersonen durch die Objektschutzgruppe kurzfristig im Zuge einer Überprüfung vorläufig festgehalten. Die Personen wurden noch am gleichen Tag an die zuständigen afghanischen Polizei (Afghan National Police/ANP) übergeben und nach hier vorliegenden Informationen überprüft und anschließend freigelassen. Weitere Informationen zu den betreffenden Personen liegen nicht vor.“

Soweit die offizielle Darstellung. Sie macht jedoch eines deutlich: Deutsche Soldaten haben Angreifer “ich betone umgangssprachlich” festgenommen.

Rechtsbeugung

Ohne in eine rechtswissenschaftliche Tiefendiskussion einzutauchen ist die Systematik recht einfach darzustellen.

Nach den Genfer Konventionen sind Kriegsgefangene geschützt. Wir erinnern uns lebhaft an den Eiertanz unter Karl Theodor zu Guttenberg, der von „ich betone umgangssprachlich Krieg“ redete oder dem Amtsvorgänger Franz Josef Jung, der Krieg zu einer „Situation“ erklärte, was Frontal 21 zu einem unterhaltsamen Stück veranlasste:



Nur nicht von Krieg reden – das würde ein Tabu brechen.

Rechtlich handelten die Soldaten einwandfrei, übergaben die „vorläufig festgehaltenen Personen“ in das System des afghanischen Staates. Damit handelten Sie, wie es vorgesehen ist.

Doch nicht nur vor Ort war und ist es ein offenes Geheimnis, dass die Strukturen der afghanischen Polizei hochgradig korrupt sind und das Rechtssystem nicht ansatzweise nach westlichen Maßstäbe funktioniert.

Versuch der Klärung

Schon mit der kleinen Anfrage im Juni 2013 versuchte ich eine Klärung herbei zu führen. Ich habe mich nicht in den Dienst der Bundeswehr gestellt, um Menschenrechtsverletzungen zu decken. Die Reaktionen aus Seiten der Regierung sind bezeichnend.

Reflexartig wird eingestuft. Eine Nachfrage des Büros von Christine Buchholz verläuft ernüchternd. Der Parlamentarische Staatssekretär Thomas Kossendey weigert sich, die Einstufung aufzuheben. Öffentlichkeit nicht erwünscht.

Doch wir brauchen angesichts neuer Kriege die Diskussion, was mit Gefangenen passiert, die in Hände der deutschen Armee geraten und nur an Systeme übergeben werden können, die Lynmorde und Menschenrechtsverletzung dulden. Deutsche Soldaten, die das zulassen machen sich nicht nur mit schuldig sonder auch zu Zielscheiben im Konflikt.

Gehör finden?

Nicht nur im Verteidigungsministerium will niemand über die Inhalte reden. Die Recherche liegt meinem damaligen Redaktionsleiter einer Lokalzeitung vor.

Drei Monate nachdem ich die Recherche in seine Hände gab hatte ich zunächst nichts von ihm gehört. Im Telefongespräch wurde ich dann von ihm aufgefordert, keine Themen mit Afghanistanbezug in dem Medium umzusetzen. Es solle nicht der Eindruck aufkommen, Redakteure würden das Medium für ihre eigenen Belange instrumentalisieren.

Auch im persönlichen Gespräch will er nicht auf die Inhalte eingehen. Mein Versuch wird mit „Du bist befangen“ abgeblockt. In einer letzten Mail vierzehn Tage später stelle ich gegenüber der Chefredaktion klar, dass ich niemals vor hatte, die Zeitung für irgendetwas zu instrumentalisieren.

Ich hätte es gut verstanden, wenn wir über Inhalte geredet hätten. Ich hätte akzeptiert, wenn die Furcht vor wirtschaftlichem Schaden wegen einer naheliegenden Klage der Bundeswehr die Geschichte gestoppt hätte.

„Du bist befangen“ kann ich hingegen nicht akzeptieren.

Nur drei Stunden nach der eMail werden meine Accounts bei der Lokalzeitung geschlossen. Die Verwendung der Inhalte habe ich untersagt und die Übermittlung der kleinen Anfrage nur als „unter drei“ klassifiziert – also nicht zur Verwendung freigegeben.

Taube Ohren & Schweigen

In offenen Briefen wende ich mich an zahlreiche Instanzen. Doch weder Wehrbeauftragter, noch Verteidigungsminsterin wollen auf die Fragen zum 27.09.2008 eingehen.

Warum wird das Parlament belogen und der Sachverhalt klein geredet? Welche Schutzmaßnahmen wurden nach dem bekannt gewordenen Lynchmord für künftige Festnahmen getroffen?

Ende Mai erhalten Bundespräsident, Bundeskanzlerin und Verteidigungsministerin meine Fragen gemeinsam mit meinen Einsatzstiefeln und Einsatzmedaillen. Kommentarlos sendet das Bundespräsidialamt Stiefel und Medaille zurück – die Videoinformation wird einbehalten.



Aus Kanzleramt und Verteidigungsminsterium gibt es weiterhin keine Reaktion.

Verantwortung übernehmen

In großen Reden wollen unsere Politiker „mehr Verantwortung“ übernehmen. Verantwortung aber, das Angreifer nach den Regeln der Genfer Konvention geschützt werden, scheint damit nicht gemeint zu sein.

Mit internationalen Abkommen und Einsatzregeln umgehen die kriegführenden Länder die Notwendigkeit, sich mit diesen kostenintensiven Aspekten des Einsatzes belasten zu müssen. Immer deutlich wird, wie überzogen die US-Armee in Afghanistan agierte – doch die Frage, wie die deutsche Verantwortung ist, wird nicht gestellt.

Wo liegt das Problem?

Mittlerweile sind zum 27.09.2008 drei Darstellungen verfügbar, die von offiziellen Bundeswehrstellen stammen. Zwei davon sind öffentlich zugänglich und spielen die Ereignisse des Tages in einer irreführenden Art und Weise herunter.

Sowohl Presse, als auch die parlamentarische Öffentlichkeit erfahren nur 20 bis 25 Prozent von dem, was sich wirklich abgespielt hat. Die von der Bundeswehr präsentierte Darstellung ist keine brauchbare Grundlage, um über den Einsatz und dessen Fortgang zu entscheiden.

In den beiden momentan öffentlich verfügbaren Versionen fehlt die Angabe, dass sich die Angreifer kurzzeitig im Bundeswehrgewahrsam befunden haben. Ich gehe davon aus, das die Bundeswehr eine Diskussion über Kriegsgefange und deren Rechte vermeiden will. Ein Überblick über die unterschiedlichen Darstellungen:

Version 1 – Pressemeldung:

.Mindestens 2 Einschläge – weitere werden nicht ausgeschlossen
.Feuergefecht – Soldaten standen in Kampfhandlungen mit Angreifern

Version 2 – Meldung an den Bundestag:
.2 Raketen – die Formulierung erklärt das zum Fakt
.Kompanie führt Aufklärung durch – Feuergefecht wird nicht erwähnt

Version 3 – Antwort auf die Kleine Anfrage:

Eingestuft – das Dokument zu veröffentlichen ist ein Verstoß gegen die Geheimhaltungsvorschriften des Bundestages. Selbst in der 18. Legislaturperiode sind verantwortliche nicht zur Veröffentlichung zu bewegen.

Version 4 – meine Darstellung des Tages:
Eigene Wahrnehmung:
.2 Detonationen auf dem Weg zum Mittagessen gehört, ca. 10 Minuten danach Raketenalarm
.Feuergefecht am Nachmittag
.Luftunterstützung durch amerikanische Aufklärungsflugzeuge (Typ Thunderbold A10)
.Augenzeuge der Personendurchsuchung eines Angreifers im Fahrbahnbereich am Lagertor

Angaben von Soldaten anderer Bereiche:
.8 Raketen, präziser Beschuss, konkrete Benennung des Einschlagortes
.Tötung der Angreifer („Das hat der Gouverneur ortsüblich gelöst“).

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Aus den Augen, aus dem Sinn

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Die Bundeswehr hält keinen Kontakt zu ehemaligen Einsatzsoldaten. Es gibt keine Adressenlisten oder regelmäßige Informationen. Auf Erkrankungen, die z.B. vermehrt bei Soldaten eines bestimmten Kontingentes auftreten, wird so leider niemand (rechtzeitig?) aufmerksam.

Kommt es dann zu einem Fall, bei dem eigentlich das gesamte Kontingent angeschrieben und untersucht werden müsste, ist keine gezielte Information möglich.

Ich habe auch das in Gesprächen mit Abgeordneten der Linkspartei mehrfach angemerkt. Es zeigt, wie menschenverachtend die Bundeswehrverantwortlichen und die Regierungspolitiker, wenn die Devise bei Einsatzsoldaten nach der Dienstzeit offenbar lautet: “Aus den Augen, aus dem Sinn.”
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Empathen und Verwaltungsklugscheißer

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“Er schreibt – er ist Journalist – krank kann er doch nicht sein..”

Ihr ahnt nicht, wie ich kämpfe, hier nicht eine Reihe an Schimpfwörtern zu posten, nicht heulend in der S-Bahn zu sitzen und halbwegs geordnet die Gedanken zu sammeln.

Gedanken, die jetzt fließen, weil ich gerade wieder und Druck und Existenzgefährdung stehe. Meine Leistungen im Job 1 passen nicht. Wie auch. Wenn ich in den letzten Wochen nicht gerade in Job 2 funktioniert habe – Telefonumfragen – dann war es Konversation mit dem/der Fallmanager/in. Gespräche, die einzig dazu beitrugen mir aufzuzeigen, dass es keine Wege für mich gibt. NATÜRLICH in der Absicht, mir zu helfen.

Im Juni / Juli konnte ich diesen Druck in das Thema NSA und Bundestag umleiten. Machos würden sagen: “Unter Druck bin ich am Besten.” Doch mich macht der Druck krank. Was aussah, wie eine tolle Leistung, war schlichtweg das Abwenden der Bedrohung. Nur wenige sehen mich beim Schreiben, sehen die Anspannung, wenn ich an den Themen dran bin, sehen, welchen Preis ich zahle. Seit Mai wird es schlimmer.

Mai 2014

Konzentration für die Bachelorarbeit ist nicht da – ich versuche,das nicht zu erzwingen. Meine Therapeutin landet zum dritten mal in zwei Monaten am gleichen Punkt zum Abschluss der Therapiesitzung: “Machen Sie einfach.”

Wie oft habe ich gesagt,was gerade nicht geht? Schon der Gedanke an Autorität – Menschen, von deren Entscheidung mein Leben abhängt setzt mich unter Anspannung. Anspannung, die dem Einsatz 2007/2008 entspricht. Dem Einsatz, in dem ein Vorgesetzter – Scheiße ich bin diese Drecksgeschichte so Leid, die niemand verstehen will – mich durch seine Autoritätsübung über drei Monate unter Anspannung, Stress und Lebensgefahr hielt.

“Machen Sie einfach – fangen Sie an”, meint meine Therapeutin. Ich frage: “Wie geht es mit der Therapie weiter? Ich bin wegen ihrer EMDR-Qualifikation und den PTBS-Symptomen hier.”

“Nein – ich behandele sie wegen Anpassungsstörung…von PTBS steht bei ihnen doch nichts.”

Ich brauche nicht zu überlegen, zitiere den Halbsatz aus der Diagnose, dass bei Entlassung aus dem Bundeswehrkrankenhaus keine PTBS-Symptome vorlagen, laut Befund aber möglicherweise aufgrund der depressivem Symptomatik nicht zu Tage traten. Die Ärztin findet sich im Befund kaum zurecht. Mehr als die drei Seiten und ein wenig Verwaltungskram ist nicht in der Akte, die sie nervös fallen lässt.

Ich wurde damals im August 2013 ohne Perspektive entlassen. 350 Euro Studentenjob, 600 Euro KfW-Darlehen. Keine Krankenversicherung. Erst zwei Tage später – nach massivem Druck und bloggen – ist die Lösung da die schon Wochen auf sich warten ließ und die Förderdauer wird verlängert.

In diesem Jahr ist es amtlich: in diesem Jahr WILL mich das System kaputt haben. Klar. Menschenrechtsverletzungen aufdecken, die durch die Bundeswehr geduldet werden macht nicht beliebt.

Besser er rutsch dieses Jahr in HARTZ4 und Perspektivlosigkeit. Da wird ihm das Eingaben schreiben sicher vergehen. Wenn nicht, dann halt noch ein paar Drohbriefe oder Auflagen vom Amt – der hat doch keine Chance.

Juni 2014

Die sinnlose, abgebrochene Therapie reißt mich in ein Loch. Durch die Arbeit am NSA-Thema kann ich mich halbwegs stabilisieren. Mit einer Jobbewerbung für den NSA-Ausschuss dope ich mich quasi und stehe die vier Wochen bis zur Absage – inklusive einem Bewerbungsgespräch – durch. Alles Handeln gerichtet darauf,die drohende Gefahr des Abrutschens zu vermeiden – Leistungspegel? Way beyond everything. Wach und aufmerksam, aber zu welchem Preis?

Meine Kinder habe ich seit Mai nicht gesehen, kaum telefoniert – was gibt es auch schon auszutauschen, wenn meine Gedanken nur daran kleben, wie ich die Existenzgefährdung abwehren kann.

Die Kraft für mein Handeln kommt nicht aus mir – sie kommt aus dem Fluchtreflex und der immer weiter zunehmenden Angst und Abwehrhaltung. Angst um die Existenz. Abwehr von dem, was sich lebensbedrohlich anfühlt. So lebensbedrohlich, wie bei dem Vorgesetzten im Einsatz, dessen Unfähigkeit von der Kommandokette mit “Wird-schon-nichts-passieren” übersehen wurde und wo der Bataillonskommandeur mit zwei Fachvorgesetzten gerade rechtzeitig eintraf, um diese unqualifizierten gefährlichen Menschen einzubremsen, kalt zu stellen. Ein Mensch, der Video, Print und Audioprodukte durch seine Autorität lenkt und wider jedem Fachwissen einsetzt, wirken befiehlt, was hochgradig gefährlich enden kann.

Mich bringt dieser Mensch dadurch zwei Mal in Lebensgefahr, verleitet mich dazu Befehle zu geben, die andere gefährden, für die ich Verantwortung trage.Sein Handeln nimmt mir jetzt die Gelassenheit.

Juli 2014

Gelassenheit, die ich jetzt bräuchte, um in meinem Job als Pressereferent zu funktionieren.

Die Haben-Seite:
35 Jahre – Abiturient – Führerschein.

Die Soll-Seite:

Soll Unterhalt leisten. Soll Wohnung zahlen. Soll Krankenversichert sein. Soll Job haben. Soll in Job 1 funktionieren. Soll in Job 2 funktionieren. Soll einen Studienabschluss machen. Soll ausblenden, was ihn gefährdet.

Doch das geht nicht. All das “SOLL” aktiviert den Druck. Doch bis zur zuverlässigen Joberfüllung reichen die Kräfte bei Job 1 offenbar kaum noch.

August 2014

Auftritt Fallmanager/in – die Person, die mir scheinbar helfen soll. Doch mehr, als mir aufzuzeigen, wo es überall keine Lösungen gibt tut sie nicht. Der Druck nimmt zu. Zermürbende Gespräche über “Berufsunfähigkeitsversicherung”, Optionen bei der Krankenversicherung – Einzige Lösung soll sein zur Begutachtung ins Bundeswehrkrankenhaus zu gehen. Für die Bundeswehr ein Gewinn:

Die Bundeswehr gewinnt, wenn ich im Gutachter-Prozess von Pontius nach Pilatus geschickt werde, Begutachtung und Verfahren um Verfahren führen muss. Keine Zeit, nach Menschenrechten zu fragen und warum auch 14 Monate nach der kleinen Anfrage keine Erklärung für das Handeln rund um den 27.09.2008 geliefert wird.

Die Bundeswehr gewinnt, wenn ich in HARTZ4 rutsche. Perspektivlosigkeit und gleichzeitig wieder einem autoritären System ausgesetzt, das mich nach belieben triggern kann. “Er stellt Fragen? Fragen Sie doch mal, warum er keinen Job hat oder kürzen Sie gleich die Gelder.”

Die Bundeswehr gewinnt, wenn ich zusammenbreche. Die Bundeswehr gewinnt, wenn ich durchdrehe. Die Bundeswehr gewinnt, wenn ich Dokumente veröffentliche, die unter Geheimschutz des Bundestages gestellt wurden, damit niemand Fragen stellt.

Die gleiche Bundeswehr, der wir es durchgehen lassen, dass Gefangene keinen Schutz nach Genfer Konventionen erhalten und die Bundeswehrsoldaten wissentlich in ein System übergeben, das kaltblütig tötet.

Wer so etwas aufdeckt, der verreckt am ausgestreckten Arm. Der erhält keine Jobs, wird diskreditiert und als durchgeknallt präsentiert. Und wenn er oft genug getriggert wird, dann fällt er von ganz allein.

Denn Schuld ist er selbst. Kann sich ja nicht konzentrieren. Bringt ja nicht die Leistung, die wir haben wollen. Soll er halt in HARTZ 4 gehen. Oder Pillen nehmen. Hauptsache, er ist ruhig und verlangt nicht, dass irgend jemand Stellung bezieht und Verantwortung übernimmt. Schuld ist er selbst. Hätte halt nicht zur Bundeswehr gehen sollen ..


Draußen vor der Tür

In den Krieg rufen die, die nie da waren. Und die, die ihn kennen rufen nach Waffen. Die Soldaten und oft auch die Opfer.

Und die, die ihn kennen und ihn nicht mehr wollen, die werden verstoßen.

Sie machen es denen schwerer, die den Krieg wollen den Krieg auch zu führen.

Sie machen es denen, die aus Angst nach Waffen schreien schwer, denn Schutzlosigkeit zu akzeptieren tut weh.

Sie machen es denen, die im Krieg sind schwer, denn die eigene Verletzlichkeit muss ignoriert werden.

Also. Halt die Klappe. Dein Platz ist vor der Tür. Draußen. Aber bloß nicht hier.

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