Reset & Neustart ?!

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Der letzte Mailkontakt mit Fallmanager/in hat ergeben, dass Post auf dem Weg ist. Zunächst wurde der Grad meiner Schädigung festgestellt. Unabhängig von der Prozentzahl: die derzeitigen Einschränkungen sind ein spürbarer Verlust an Lebensqualität.

Ich funktioniere – zumindest für den notwendigen Grundbetrieb, was den Job angeht, der mir die Wohnung erhält. Doch das war es dann auch schon fast. Ausgehen und Spaß daran haben ? Gabs nun schon länger nicht mehr. Derzeit trickse ich mich mit Kennenlern- bzw. Jobterminen aus und treffe Kollegen, Interviewpartner oder Parlamentarier. Darüber hinaus unterstütze ich als Sprachmittler bei Ämtergängen unterwegs. Das gibt mir die Illusion von aktiv und/oder nützlich sein – aber es ist eine Überwindung.

Im Job versuche ich möglichst freundlich aufzutreten. Weder Kollegen, noch Vorgesetzte können etwas für meine derzeitige Lage. Doch derart zu funktionieren kostet massiv Kraft. Zu Haus bleibt viel liegen. Obgleich ich es nicht will: nach dem Tagesprogramm fehlt die Kraft. Ich lenke mich im Netz ab, verfolge Themen online oder am TV, blogge mitunter – doch wirklich Freizeit genießen oder mich in meiner Wohnung wohlfühlen?

Numbing

Dieses dumpfe Gefühl war in den letzten Wochen immer wieder mit Ausrissen in Richtung miserabel gespickt. Die ersten Stunden im Job waren durchaus kritisch, was das durchstehen der Schicht angeht. Immer die Hoffnung, nicht abgelenkt zu werden und mit den Gedanken dann an den Existenzproblemen zu hängen, die sich seit Anfang Dezember schneller summierten, als ich dagegen angehen konnte. Positive Gefühle zulassen ? Öffnet doch nur die Option, dass auch negative Gefühle wieder überhand gewinnen. Im “durchstehen” und “aushalten” war ich in den letzten Jahren definitiv mehr gefordert, als im “genießen”, “wohlfühlen” und “entspannen”.

Dass das dringend aufhören muss, sagt mir mittlerweile mein Magen ganz deutlich. Wie ich all das gestalte und dahin komme: Großes Fragezeichen mit drei Ausrufezeichen dahinter.

Mehr Bewegung – also mehr, als nur zwischen den Arbeitsstätten hin und her – ist dringend dran. Die überwiegend sitzende Tätigkeit, die abends durch die couch-enden Tätigkeit ersetzt wird, läuft dem Konzept “Bewegung” deutlich zuwider. Schwimmen dürfte die erste Maßnahme werden. Laufen ist nach dem Glatteissturz aus Januar 2014 erst bei einwandfreiem Untergrund dran. Ebenso Radfahren. Mit der Wiedereinstellung in die Schutzzeit ist frühestens ab März 2015 zum ersten Mal seit August 2013 genügend Geld für ein Fitnesstudioabo da. Und vor allem die Zeit.

So denn der “Sponsor” (von Dienstherr spreche ich nicht mehr) mitspielt, würde ich ein Urlaubssemester einlegen und mich neben den vier bis fünf Tagen im Monat, die der NSA-Untersuchungsausschuss einnimmt, erst einmal nur mit einem Sport-und Ernährungprogramm befassen, um körperlich fitter zu werden. Im letzten halben Jahr habe ich körperlich merklich abgebaut.

Mit den Hilfszahungen im Oktober / November hatte ich den Rücken soweit frei, dass ich mehr auf die Ernährung geachtet habe. Die Qualität meiner Ernährung war in dieser Zeit deutlich besser, als im Dezember und Januar. Das “wach- & funktionierend halten” mit Kaffee quittiert mir mein Ruhepuls merklich. Und das nicht positiv.

Therapie und Coachingsitzungen sind definitiv weiterhin nötig – aber angesichts des guten Weges, den ich zwischen September und Dezember in dieser Angelegenheit bereits eingeschlagen hatte werde ich die Oranisation selbst übernehmen. Das Vertrauen in die Bundeswehrärzte ist nach den Erfahrungen im stationären Aufenthalt nicht unbedingt positiv. Überhaupt ist “freie Heilfürsorge” nichts, worauf ich besonders scharf bin.

Dienstlich?

Bis dato wurde mir geschildert, dass die Schutzzeit zwar mit gewissen Dienstpflichten einhergeht, im wesentlichen aber die Genesung, Rehabilitation und Eingliederung im Vordergrund steht. Welche Position der Dienstherr vorschlägt wird – gelinde gesagt – spannend.

Es gibt Dinge, die gehen nicht mehr und werden auch nicht mehr gehen. Dazu zählt positiv Werbung für die Bundeswehr zu machen. Morgen gebe ich erstmals eine Doppelstunde als Gast an einer Schule. Ziel ist es, die andere Seite der Bundeswehr-Personalwerbungsmedaille zu zeigen. Es reicht dazu fast schon aus, den Jahresbericht des Wehrbeauftragten wörtlich vorzulesen – 4.500 Beschwerden bei 185.000 Soldaten … joa .. das ist ‘ne Hausmarke.

Tätigkeiten, die ich mir vorstellen kann ist die Ausarbeitung eines Regenerationskonzeptes für ehemalige Soldaten. Zunächst am eigenen Beispiel.

Eine deutliche Absage habe ich bereits in Richtung jeglicher Form von “Gammeldienst und Beschäftigungstherapie” erteilt, sowie auch einer Verwendung abseits des Wohnortes Berlin. Durch die Auswirkungen der häufigen Einsatzbeschickung und das Zerbrechen der Familiensituation schlugen die ersten Schritte, in Koblenz ein soziales Umfeld aufzubauen eindeutig fehl.

Seit der Diagnose 2013 hatte ich bereits gute Fortschritte gemacht und habe hier in Berlin zum ersten Mal seit Jahren wieder Freunde mit gleichen Interessen. Obgleich ich seit Wochen nur wenig von mir sehen lasse…

Im Sinne einer erfolgreichen Rehamaßnahme sollte es also der Ort “Berlin” bleiben.

Ein weiters No-Go sind Waffen und Uniform. Das brachte ich schon bei Antragsstellung im Mai 2013 zum Ausdruck und sagte, dass ich eigentlich nicht wieder in die Bundeswehr zurück und größt-möglichen Abstand zu dererlei Organisationsform will. So geht es nicht allen traumatisierten Ex-Soldaten. Einige streben nach den gewohnten Strukturen, wollen gar Berufssoldat werden. Für mich undenkbar.

Die Fürsorge, zu der der “Sponsor” (my firm formaly known as Bundeswehr = m.f.f.k.a.B.) per Gesetz verpflichtet ist, sollte in diesem Bereich “lernen” und die Dienstposten, die für Reha-Fälle, wie mich geschaffen werden breiter streuen, als nur im Arbeitsbereich des Verteidigungsministeriums.

Vorteil: Kündigungsoption

Die wichtigste Entwicklung ist, dass mit der festgestellten Wehrdienstbeschädigung – wie genau sich das gestaltet wird ein Extrabeitrag – zunächst die Nachteile ausgeglichen werden, die durch die Erkrankung in der Krankenversicherung und dem Zugang dazu entstanden sind.

Das Dienstverhältnis sei – so wurde mir zugesichert – jederzeit kündbar. Das ich nicht schon im Januar unter HARTZ4-Niveau gerutscht bin verdanke ich dem Studienkredit, der mich seit Beginn der Aufarbeitung begleitet und den ich hoffentlich im Rahmen der Schutzzeit ebenso schnell abtragen kann, wie er sich aufbaute. Angesichts von 270 Euro Krankenversicherungsbeitrag (100% Privat, weil ich als entlassener Zeitsoldat keinen Anspruch auf Freiwillig Gesetzlich hatte) wäre ich ohne den Kredit aufgeschmissen gewesen. Spätestens nun im Februar hätte ich auch wieder zu 100 % privat versichert werden müssen, nachdem im Dezember der Arbeitsvertrag mit der gesetzlichen Versicherung noch nicht lang genug fortbestanden hatte, als dass ich Zugang zu einer 160 Euro teuren freiwilligen gesetzlichen Versicherung gehabt hätte.

Wir müssen uns nicht alles bei den Engländern abschauen – aber beim Krankenversicherungssystem bitte DRINGEND mal über den Kanal hinweg sehen und hier in Deutschland ähnlich handeln!

Schnell weg von der Bundeswehr – die Stoßrichtung habe ich immernoch. Jedoch nicht ohne mit der Therapie auf gutem Stand zu sein, einen verwertbaren, angemessenen Ausbildungsstand (Master!) zu haben und finanziell eigenständig ohne Schulden aus Therapie, Coaching und der chaotischen letzten Jahre zu haben.

Zuversicht

Angebracht wäre es – aber die Papiere sind weder unterschrieben, noch die Fallstricke und Konditionen offen gelegt … ach … ihr kennt mich ja … ;-) Insgesamt käme mir ein ruhiges 2015 sehr zu pass – die Stresspusteln des Januar reichen getrost für den Rest des Jahres.

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174.510 € bis 232.679 €

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Wendepunkte im Leben sind immer dramatisch. Manchmal wird es danach besser, manchmal wird es danach schlechter. Für mich entscheidet sich in diesen Stunden etwas sehr wesentliches, das sich sogar in Geldbeträgen ausdrücken lässt.

Im April 2013 kontaktierte ich das Parlament, weil ich an grundlegende Installationen, wie das parlamentarische Kontrollgremium und die Idee von der Bundeswehr als Parlamentsarmee glaubte. Aus meiner Dienstzeit als Soldat war ein Erlebnis zurückgeblieben, was mich belastet. Ethisch. Moralisch. Mein Gewissen. So etwas über sich selbst zu schreiben mutet seltsam an – aber es ist so eindeutig und simpel. Ohne die Absicht, mich Überhöhen zu wollen.

2008

Es war der Blick in das Gesicht eines alten Mannes, der am Abend des 27.09.2008 in Masar-e-Sharif unter vorgehaltener Waffe von Soldaten kontrolliert wurde. Nicht in der Personenschleuse, sondern auf der Fahrbahn, wo normalerweise Fahrzeuge ein- und ausfahren.

Ich kann nicht sagen, ob es “der Gefangene” ist, den ich sah: wenige Tage später erfahre ich aus einer Quelle, die sich bis heute nicht zu den Vorfällen geäußert hat, dass die Angreifer, die an diesem Tag durch die Bundeswehr festgenommen wurden kurz nach ihrer Entlassung getötet worden sind. Täter: ein Partner der Bundeswehr. Das Wissen darum: auf der Ebene Kommandeur / Landeskundlicher Berater vorhanden – leider auch bei mir.

Vermutlich hätte ich all das irgendwie als „Teil des Krieges“ hinnehmen können, wäre ich nicht schon wenige Stunden nach dem Angriff vom 27.09.2008 auf eine Unregelmäßigkeit aufmerksam geworden.

Die Erlebnisse während des Angriffes am 27.09.2008 fand ich nur in extrem reduzierter Form in der Pressemeldung. Aus einem anderen Bereich wurde mir zugetragen, dass die Anzahl der Raketen und die Präzision des Beschusses ebenfalls nicht der Pressemeldung entsprachen.

Als nun noch aus ranghoher Quelle die Information zu den Tötungen kam, die die Bundeswehr zwar nicht selbst vorgenommen hat, aber durch ihr Handeln – nämlich die Weitergabe in die Händer einer Polizei-Struktur, die mit dem Prädikat „nicht-funktionierend“ noch geschönt ist, stand ich so nah vor der widerlichen Fratze des Krieges, wie nie zuvor.

Mein Gewissen ist nicht käuflich

Bis Ende 2012 trug ich das Wissen um die Hintergründe und die Erlebnisse des Tages mit mir herum. Keine Chance, etwas zu beweisen oder Ermittlungen zu starten. Immer mit der Schere im Kopf, es könne von solcher Tragweite sein, dass es Menschen gefährdet, darüber zu reden.

Mit der Onlineveröffentlichung der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung erhielt ich einen Einblick, wie irreführend das Parlament über das Handeln der und die Ereignisse rund um die Bundeswehr im Ausland informiert wurde. Ich glaubte an eine parlamentarische Kontrolle, sorgsames abwägen vor dem Einsatz tödlicher Gewalt und all den Geschichten, die die Bundeswehr gern intern oder in ihrer Werbung verbreitet.

Schwarz auf weiß ist es nun dokumentiert, dass nichts davon im Fall des 27.09.2008 überhaupt gegeben war. Parlamentarier erfuhren von zwei Raketen. Keine Rede von präzisem Beschuss, insgesamt acht Raketen, Feuergefechten der Schutzkompanie, Luftunterstützung durch amerikanische Flugzeuge und zwei Gefangenen. Und schon gar nicht von späteren Informationen über die Tötung in den Händen des Systems, in das sie die Bundeswehr übergeben hatte.

Umgang mit Kriegsgefangenen – offenbar abseits der Genfer Konventionen im Rahmen des ISAF-Mandats oder Memorandum of Understanding mit Afghanistan geregelt. Helfershelfer für Menschenrechtsverletzungen ? Das war nicht der Grund, warum ich einst in die Bundeswehr eingetreten war.

Seit der Veröffentlichung im Tagesspiegel ist die eingestufte Antwort auf die kleine Anfrage, die ich gemeinsam mit der Linksfraktion des Bundestages realisieren konnte nun offen und für jedermann zugänglich.

Es ist unerheblich, vom wem diese Antwort nun veröffentlicht wurde. Ich gelte als Urheber der Aktion.

Hoher Preis

Seit Beginn der Aufarbeitung halte ich eine ziemlich vertrackte Situation aus. Jeder Schritt in Richtung Aufdeckung und Klärung dieser Vorfälle sorgt dafür, dass mein Gewissen entlastet wird. Ich habe die Lügen bekämpft und die Strukturen hinterfragt, die mit diesen Lügen arbeiten.

Gleichzeitig ist jedes Handeln an dem Thema für mich mit der Gefahr verbunden, dass mich die Bundeswehr rechtlich wegen einem Verstoß gegen die Verschwiegenheitspflicht nach der Dienstzeit in die Mangel nimmt.

Wirklich entschieden scheint das nicht zu sein, denn eine offizielle Haltung der Regierung oder des Verteidigungsministerium dazu habe ich nicht. Ein Damoklesschwert über dem Kopf. Wird es Ermittlungen gegen mich geben?

Die letzte mir bekannte Äußerung ist in einem Abschlussmagazin der Deutschen Journalistenschule dokumentiert. Im Magazin „FILTER – Leben. Und wie?“ ist auf Seite 14 ein namentlich nicht benannter Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums zitiert: „Eine Diskrepanz zwischen den Eintragungen im Einsatzbuch und der Unterrichtung des Parlaments und der Öffentlichkeit konnte nicht festgestellt werden.“

Wendepunkt auch für die Bundeswehr

Auch der ehemalige Dienstherr steht vor einem Wendepunkt. Der Umgang mit mir kann sich derzeit in zwei Richtungen entwickeln. Es gilt mittlerweile als gesichert, dass meine Depressionen, die diagnostizierte Anpassungsstörung sowie die zeitweise dokumentierten Anzeichen für eine posttraumatische Belastungsstörung ein Resultat meiner Einsatzzeiten sind. Es ist nicht nur das Ereignis vom 27.09.2008 – viele Faktoren spielten eine Rolle.

Nach Einsatzversorgungsgesetz steht ehemaligen Soldaten in meiner Situation eine Einstellung in die sogenannte Schutzzeit zu. Ziel dieser Schutzzeit ist, dem Ex-Soldaten eine Rehabilitation, berufliche Qualifizierung und Eingliederung in einen Beruf zu ermöglichen. Insbesondere soll sich in den sechs bis maximal acht Jahren dieser Schutzzeit herausstellen, wie groß und dauerhaft die Schädigung durch die Einsatzerlebnisse wirklich ist.

Für mich wäre diese Einstellung die Rettung. Zunächst, weil ich in der laufenden Therapie erst einmal lernen musste, die Depressionen in den Griff zu bekommen. Das ist langwierig und mit den Erlebnissen der letzten zwei Monate frage ich mich, an welchem Punkt des „in-den-Griff-bekommens“ ich überhaupt bin. Derzeit deutet wenig darauf hin, dass ich die Depressionen im Griff habe.

Seit Beginn der Aufarbeitung 2012 schaffe ich es nicht, mein Studium zu beenden. Bei einem Notenstand um die 1,5 fehlt mir lediglich eine Kursleistung und die Bachelorarbeit – eigentlich zu bewältigen, doch angesichts des Existenzkampfes der letzten sechs Monate kann ich es derzeit nicht bewerkstelligen.

In dieser Situation kommt nun der Dienstherr ins Spiel. Die Einstellung in die Schutzzeit erfolgt nur zu den Konditionen, wie bei normalen Bundeswehrbewerbern. Klar – die gesundheitliche Einschränkung ist dabei ausgeblendet. Doch was Führungszeugnis und Sicherheitsüberprüfung angeht muss ich eine reine Weste haben. Es obliegt in diesen Stunden der Bundeswehr zu entscheiden, ob ich mit der Aufarbeitung im Parlament eine Grenze überschritten habe, die mich als Bundesbeamten disqualifiziert.

Formalrechtlich ist derzeit nichts fixiert. Ich wurde nicht angeklagt, nicht belangt oder wegen einem Verstoß gegen die Geheimhaltungspflicht verurteilt. Doch was sich Verfassungsschutz und Militärischer Abschirmdienst aus den Fingern saugen könnten, um eine Wiedereinstellung in die Schutzzeit zu verhindern – all das sitzt mir derzeit im Nacken.

Besoldungsgruppe A10 – Stufe 3

In Zahlen ausgedrückt und grob gerechnet bedeutet die Einstellung in die Schutzzeit ein Nettojahresgehalt von rund 29.000 Euro. In sechs bis acht Jahren sind das zwischen 174.510 € bis 232.679 € . Angesichts der Unterhaltsverpflichtungen für zwei Kinder und dem bevorstehenden unkalkulierbaren Therapieweg ist das eine gute Absicherung.

Wolfgang Borchert beschrieb es in seinem Antikriegsstück „Draußen vor der Tür“: von den Schrecken und Grausamkeiten eines Krieges will die Gesellschaft alsbald nichts mehr wissen. Viele Türen bleiben verschlossen.

Ob für mich – es wird sich bald zeigen … Sagt die Bundeswehr ab und nimmt mich nicht in die Schutzzeit auf, dann ist das ein fatales Statement, was die Wertschätzung der Parlamentarischen Kontrolle angeht. Doch auf die pfeift die Bundeswehr nach belieben, wie in dieser Woche unter Beweis gestellt:

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Ich bin darauf eingestellt, dass es nichts wird und ich in den kommenden Monaten irgendwie klar kommen muss, kein Geld für Therapie oder Coaching habe und wohl auch keinen Unterhalt zahlen kann. Vielleicht ist der Stress erträglicher, wenn die Entscheidung kommt, die für “im Laufe dieser Woche” zugesagt ist. Heute jedoch ging es nicht mehr. Zwar erhalte ich derzeit in gewissen Abständen einzelne Zahlungen aus Stiftungen rund um die Bundeswehr, wenn das Wasser gerade wieder bis zum Hals steht.

Doch was ich wirklich brauche ist Ruhe, Entlastung und Raum, die Therapie und den Berufseinstieg möglichst stressarm zu gestalten. Am Stress breche ich derzeit immer öfter zusammen und stoße an meine Grenzen. Egal, ob ich nach 6 oder 7 Arbeitsstunden den Text als Telefoninterviewer kaum noch gerade herausbringe, den Pöbeleien nicht mehr mit der notwendigen “Gleichgültigkeit” begegnen kann oder – wie heute – die Sitzung des NSA-Untersuchungsausschusses wegen Erschöpfung und dem hier im Beitrag beschriebenen Stress abbrechen muss.

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28,53 Euro

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Das ist exakt der Betrag der mir bis zum nächsten regulären Geldeingang am 10. Februar bleibt (Korrektur: ich vergesse den Kfw Kredit.Die 600 Euro, um die meine Schulden monatlich steigen). Schlecht gerechnet? Nein. Nur vertraut auf das, was aus Richtung der ehrenamtlich für die Bundeswehr agierende Person “Fallmanager/in” nun bleibt. Ich habe Rechnungen beglichen und Unterhalt gezahlt, weil ich mich auf die Zusage “500 Euro sind unterwegs” verlassen habe. Die Bundeswehr legt ihre Fürsorgepflicht in die Hände von ehrenamtlich arbeitenden Personen aus dem Umfeld des “Bund Deutscher Veteranen”.

Ist es fahrlässig zu vertrauen? Offenbar ja. Auch auf die Aussage “Wiedereinstellung in die Schutzzeit zur Reha im Januar” habe ich mich verlassen. Null Kommunikation diese Woche. Keine Reaktion auf meine eMail von gestern Abend – kein Anruf, kein Fax, keine eMail. Den 2-Sekunden-Anruf auf dem AB ohne Absenderrufnummer kann ich leider nicht zurückverfolgen. Am 29.01.2015 bin ich aufgrund der redaktionellen Arbeit am NSA-Untersuchungsausschuss telefonisch nicht erreichbar. Mittlerweile sitze ich dort und lenke mich von den Problemen des Tages ab. Wenigstens dort kann ich journalistisch arbeiten und an einem anderen Thema, als am eigenen Existenzdesaster.

Tagesablauf

Mein Tag sieht derzeit so aus, dass ich nach einer Doppelschicht nach Hause komme, nichts vorfinde und mir den Rest des Tages alles abverlangen muss, ruhig zu bleiben, trotzdem zu schlafen und am nächsten Tag statt zu resignieren erneut zur Arbeit zu erscheinen.

Nach außen hin höflich und freundlich 8 Stunden Telefonate führen und mich wegen unerwünschter Anrufe beschimpfen zu lassen. Freundliche, aufgeschlossene Menschen nehmen sich 10 Minuten für die freiwilligen Umfragen Zeit – manchen kann ich nicht mal von der Freiwilligkeit erzählen, da ich sofort mit “Kein Interesse” oder unhöflichen anderen Statements eingedeckt werde.

Aber weil ich irgendwie gerade noch so funktioniere meint man wohl, man könne sich Zeit lassen bei der Einhaltung …


Gründe? Es ist mal wieder alles neu ^^

Verwaltung ohne Rücksicht auf die Mitarbeiter rauf und runter zu organisieren, neu aufzustellen, zu verlegen und umziehen zu lassen sorgt vor allem für eines: sie kann nicht effektiv arbeiten. Ich vermute hinter all dem nur noch eine bis zur absoluten Ineffizienz auf “Schwarze Null” optimierte Struktur. Die zerstört nur leider das eigene Personal oder diejenigen, für die sie eigentlich tätig sein sollte.

Heute lehnte ich die Intervention eines Mitglied des Bundestags ab – sagte noch: “Warten wir bis Februar.” Ich lege es nun in ihre Hand – wenn Sie tätig werden wollen: gern.

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Jahresbericht über einen unfähigen Verein

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Blick in die Medien: keine Rede von Ex-Soldaten, deren Therapiebedarf und die fehlende bis schlecht organisierte Hilfe. Warum auch: die üblichen Verdächtigen können medial im Sinne der Wirtschaft nach Investitionen und Material jammern. Fürsorge kostet nur und nur dauermedikamentierte Veteranen bringen Geld ein.

Ende November verlor ich den Job, der mir Kankenversicherung und Sozialversicherung sicherte. Kein Sachstand zum Stand des Wehrbeschädigungsverfahrens und selbst das Büro des Wehrbeauftragten reagiert nicht mehr auf eMails in meinem Fall.

Über einen inoffiziellen Kanal wird kommuniziert, ich würde einen positiven Bescheid erhalten und noch im Januar in die Schutzzeit eingestellt. Ein Bundesdienstverhältnis, um Raum für Therapie und Rehabilitation zu schaffen.

Da der Kanal aus dem diese Information stammt aus dem gleichen Umfeld kommt, in dem ich immer wieder auch auf Drohungen stieß und in denen politisch linksorientierte Menschen nicht nur abgelehnt, sondern ggfs auch bedroht werden, kann ich mich auf nichts verlassen.

Das Hinterfragen einer “Vertuschungsaktion in Afghanistan” wird nun offenbar mit “Lass ihn zappeln” sanktioniert.

Seitens des Wehrbeauftragten erfolgt keine Reaktion mehr auf eMails.

Der PTBS-Beauftragte meldet sich ebenfalls nicht.

Zugesagte finanzielle Unterstützung trifft nicht ein – dafür aber Rechnungen, die ich davon begleichen soll.

Die Therapie musste ich deshalb zunächst abbrechen.


Plan B ? Eher Plan N oder später

Ich muss davon ausgehen, dass ich Falschinformationen erhalte, wenn sich Zusagen nicht bewahrheiten und immer nur Entschuldigungen und Aufschübe kommen, statt verlässliche, rechtsverbindliche Aussagen. Krank reicht offenbar nicht – der Zusammenbruch scheint gewollt.

Den Stress exponentiell zu erhöhen – das ist es, was seit Tagen passiert – führt dann irgendwann zum totalen Zusammenbruch und gäbe der Bundeswehr die Möglichkeit, mich zur Einnahme von Psychopharmaka zu nötigen… Wohl das eigentliche Ziel und die Auffassung von “Fürsorge” …

Jede Stunde, die ich derzeit vertröstet und beschwichtigt werde verschlimmert den Stress. Ich schlafe kaum, esse wenig, schaffe es selten bis überwiegend gar nicht am sozialen Leben teilzunehmen. Sorgen teilen? Mit wem? Es reicht, wenn ich überlastet bin und ich kann nicht noch mein Umfeld weiter belasten.

Ich muss also nun davon ausgehen, dass für Februar folgender Stand existiert:

1. keine finanziellen Rücklagen für zeitgerechtes überweisen von Rechnungen oder Unterhalt

2. weiterhin kein Raum für Therapie & Coaching .

Der Arbeitsplan der folgenden Tage musste heute angesagt werden und die kommenden 10 Tage sind dicht.

Mittwoch 28/1: Doppelschicht Telefoninterview-Job
Donnerstag 29/1: NSA-Aussschuss
Freitag 30/1 : Ämterbegleitung als Sprachmittler und Vorbereitung München
Samstag: 31/1 Doppelschicht Telefoninterview-Job
Sonntag: 1/2 Anreise München
Montag: 2/2 Vortrag Schulklasse “Anspruch und Realität: Bundeswehrwerbung meets Realität – was ist am Fürsorgeversprechen dran ?”
& Rückreise München
Dienstag: 3/2 Doppelschicht Telefoninterview-Job
Mittwoch: 4/2 Doppelschicht Telefoninterview-Job
Donnerstag: 5/2 NSA-Ausschuss
Freitag: 6/2 frei?
Samstag: 7/2 Doppelschicht Telefoninterview-Job
Sonntag: 8/2 Doppelschicht Telefoninterview-Job

Warum so ein Programm? Um wenigstens 1000 Euro im März zur Verfügung zu haben.

Was bleibt auf der Strecke? Studium, Therapie und Sozialleben.

Entspann mal ? Fahr mal runter? Mach mal einen Tag Pause? Warum tust du dir das an?

Die Antwort ist schnell und einfach: weil der Jahresbericht des Wehrbeauftragten 2014 nur die Spitze des Eisbergs ist.

22 Monate nach der Diagnose existieren weder Kostenplan, noch eine rechtsverbindliche Zusage der Kostenübernahme aus einer Schädigung, die ich durch eine Überlastung durch genau den Dienstherrn erlitten habe, der damals drei Einsätze (11 Monate in 33 Monaten) zuließ, dem ich im gleichen Zeitraum noch zwei weitere Einsätze absagen musste, in die ich geschickt werden sollte. Ein “gesunder Rythmus” sei 4 Monate Einsatz 20 Monate Dienst im Inland.

Ich lese von Kuren, die der Wehrbauftragte fordert und von der Einbeziehung der Familie in die Therpie – alles nette Maßnahmen, die Menschen, wie mich um Jahre zu spät oder überhaupt nicht erreichen.

Jede öffentliche Äußerung klingt zynisch, weil der Eisberg von unterhalb der Wasserlinie noch bedrohlicher aussieht, als die Spitze, die man bereit ist einzugestehen.

Ich verstehe diejenigen, die angesichts dieser chronischen Organisationsträgheit, nicht-vorhandenen Terminfähigkeit und gleichzeitig bi-gottem bestehen auf Einhalten von Vorschriften und Regelungen nur noch sagen: WEIT WEG VON DER BUNDESWEHR!

Ergänzung 28/01/2015 – 19:30 Uhr :

Die Frage, warum ich den angekündigten Zusagen nicht vertrauen kann ist nur dann eindeutig beantwortet, wenn folgendes Hintergrundwissen vorhanden ist:

1. Ich habe seitens der Ursula von der Leyen, Angela Merkel und Johannes Gauck bis heute keine Reaktion auf diesen Sachverhalt. Dank der Veröffentlichung des VS-Dokumentes durch MDR-Fakt und im Tagesspiegel ist nun aber klar, dass das Statement, was sie verweigern nur unangenehm ausfallen kann und die Einschätzung der Vertuschung stützt, die Gregor Gysi schon traf.

Meiner mehrfach geäußerten (zunächst Bitte – jetzt) Forderung um Überprüfung des Sachverhaltes 27.09.2008 wollte im BMVg, Kanzerlamt und Bundespräsidialamt offenbar niemand nachkommen. Wie blind ist der Verteidigungsausschuss – wie blind will er sich präsentieren dürfen – wie unwissend will man dort sein, wenn auf die offengelegte Meldepraxis, nicht reagiert wird?

2. Im Rahmen des mehrfach verlinkten “Adlon-Gesprächs” hatte ich Kontakt zu einem Bundesbeamten, der gleichzeitig auch Reservist ist und mir in einem mehr als unangenehmen Gespräch von möglichen Sanktionen aus den “mächtigen Kreisen” berichtete. Ich solle mich nicht anlegen, schließlich wolle ich doch keine Kaderakte erhalten …

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Nichts.

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Eine weitere Woche hingehalten worden, ohne Rückmeldung oder Verbindlichkeit.

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NULL Kommunikation: weich kochen scheint die Devise 2015

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Eingaben an den Wehrbeauftragten: keine Rückmeldung.

eMails an den PTBS-Beauftragten: keine Rückmeldung.

Einziger Kanal, der halbwegs offen scheint ist ein semi-offizieller Kontakt zu(r) Fallmanager(in) aus einem Verein, der keine rechtsverbindlichen Aussagen treffen kann.

Aktuelle Lage:

Derzeit verlasse ich das Haus nur noch, um den Job aufzusuchen, der die Wohnung sichert. Freundschaften leiden. Therapie und Coaching müssen ruhen, da ich weder das Geld habe, diese weiter zu bezahlen, noch im jetzigen Zustand Forderungen/Zielen wie “zur Ruhe kommen” (Therapie), noch den Zielsetzungen des Coachings nachkommen kann. Was nützen Pläne, wenn keine Planbarkeit möglich ist ?

Ich brauche dringend eine Auszeit, müsste mich krank melden, um zu regenerieren oder das Arbeitspensum runter zu fahren. Stattdessen steigt der Druck von Tag zu Tag. Während der Arbeit versuche ich das zu überspielen, lenke mich in den Wartezeiten zwischen den Anrufen mit Twitter ab.

Ich versuche weiterhin Kontakte zu knüpfen, mich im Journalismus hier vor Ort zu vernetzen und das für die Bachelorarbeit wichtige Thema auch nächste Woche wieder zu begleiten.

Existenzbedrohender Stress

Keine Lösung für Fortsetzung der Therapie, Lebensunterhalt und Unterhaltszahlungen – nach außen hin funktionieren und versuchen, die Menschen in meiner Umgebung nicht zu sehr zu belasten. Ich verstehe die freakig anmutenden Menschen, die manche nur als “durchgeknallt” beäugen, wenn sie ihre existenziellen Probleme hier auf Berlins Straßen aus sich herausschreien oder scheinbar wirr brabbelnd durch Straßen, Parks und S-Bahnen ziehen.

Ich brauche die Reha, was das Arbeitsumfeld angeht. Leistungen im Job erbringen und davon Leben können, statt ignoriert und isoliert zu werden.

Ich brauche die Reha, was die Therapie & Coachingmaßnahmen angeht. In Ruhe kommen um die anstehenden Schritte zum Studiumsabschluss gehen zu können.

Doch was kommt sind Druck, Isolation. Gestern rekapitulierte ich mit einer Kollegin, die sich für die letzten zwei Jahre interessierte, was Adlongespräch (Dez 2013), Drohungen via Facebook (Dez 2013, Februar 2014), Themenverbot Afghanistan (Dez 2013) kommentarlose Beendigung des Redaktionsjobs (Feb 2014), die Aufarbeitung der Afghanistanvorfälle (2013 + Feb 2014, Mai 2014, Okt 2014) an Stress bedeutet. Stress, den ich meist verdränge, um weiter zu funktionieren. Stress, der irgendwann körperlich wird und vermutlich einfach zum Zusammenbruch führt.

Nervende Technik

Technische Fehlfunktionen meiner IT – es nervt einfach nur noch. Teilweise Hardwarebedingt. Teilweise ist mein wichtigster verbliebener öffentlicher Kanal Twitter davon betroffen. 150117_Twitter_DM

Ein Fehler, der bisher nur mit “exakt eins User” aufgetreten ist und wohl auf Seiten von Twitter liegt. Kommt nicht vor auf der Handy-App. Tritt auf im Safari-Browser, Firefox (Linux) und im Tor-Browser auf meinem Tails-System. Heute war erstmals die gesamte DM-Kommunikation kurzzeitig. Wieviel reale Reichweite ich mit dem Account überhaupt noch habe, welche Follower & User sich eingeschlichen haben, die besser auszusperren wären – alles Fragen, die mich fast zum Löschen des Accounts bringen.

Besser dran ohne Technik?

NEIN – das würde mich nicht entlasten, auch, wenn das seitens des / der Fallmanager(in)s immer mal wieder im Gespräch vorgeschlagen wurde. “Zieh dich von Facebook zurück” … “arbeite nicht” … und all das natürlich immer “gut gemeint”, denn ich soll mich ja ganz auf Genesung und Therapie konzentrieren.

Das ich das längst tat und gut voran kam – nicht in ihrer / seiner Vorstellungswelt vorhanden.

Ohne die Rückendeckung einer Redaktion und ohne regelmäßige Veröffentlichungen schreitet die Zersetzung der letzten Jahre nur noch weiter fort. Ich habe längst mir Reha und Einarbeitung begonnen. Im Oktober, November 2014 hätte ich sogar von einem guten Rythmus gesprochen, in den ich mich langsam einfinden konnte – Fortschritte dieser Monate sind nahezu dahin.

Ich brauche ein verbindliches, verlässliches Umfeld für die Regeneration – nicht das, was derzeit angestellt wird.

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Start ins Jahr 2015

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Im Jahr 2015 werde ich nur noch zwei Webblogs pflegen. In der Hauptsache wird es Daniel-Luecking.Berlin sein. Der Blog wird multithematisch sein, einen Überblick über meine Aktivitäten geben und erster Anlaufpunkt meiner Webpräsenzen werden.

Neben den Themen NSA-Untersuchungsausschuss wird es entlang meiner Bachelorarbeit noch technisches zum Thema Crypto und IT-Sicherheit, sowie Whistleblowing gehen. Die Webpräsenzen der Vorjahre werde ich nicht weiter pflegen und vermutlich auch bald die Domains auf http://daniel-luecking.berlin umleiten.

Eine Ausnahme bleibt Wir.Dienten.Deutschland.. Unter dieser Adresse werde ich weiterhin dokumentieren wie der ehemalige Dienstherr Bundeswehr mit der Einsatzschädigung umgeht, die ich aufgrund der zahlreichen Auslandseinsätze erlitten habe. Derzeit habe ich eine inoffizielle Ankündigung, dass bald eine Wiedereinstellung in die Schutzzeit erfolgen würde.


Therapiestand und Arbeitsfähigkeit

Schon im November 2014 war – so die Aussage im Bundeswehrkrankenhaus – der Einsatz als Ursache identifiziert. Die Stresserkrankung und Depressionen sorgen dafür, dass ich derzeit noch keine gesunde Balance zwischen Arbeit und Freizeit habe. Die Folgen der Erkrankung sorgten in den letzten Jahren dafür, dass ich das Studium noch nicht abschließen konnte, zahlreiche familiäre Probleme und auch Probleme im beruflichen Umfeld auszuhalten hatte. Klingt zunächst banal und so, als könne das jeden einmal treffen.

Seit April 2013 habe ich die Hintergründe der Erkrankung aufgearbeitet und mittlerweile eine gute therapeutische Begleitung gefunden. Die Kosten dafür werden seitens des Verursachers Bundeswehr nur nach viel Druck getragen. Zeitweise wurden mögliche Hilfen verschwiegen, die ich selbst nicht recherchieren konnte. Mehr als das Wort des verantwortlichen Generals habe ich derzeit nicht – und es fällt angesichts der Erfahrungen der letzten Jahre schwer überhaupt an irgendetwas zu glauben, was durch die Bundeswehr kommuniziert wird.

Ich neige leider dazu – auch momentan – mich zu überlasten und zu überarbeiten. Trifft die Arbeitsspitze dann noch mit einem Einsatzbezug zusammen – so wie in den letzen Tagen mit den Attentaten in Paris – dann muss ich sehr aufpassen, nicht aus dem Gleichgewicht zu geraten.

Da derzeit noch keine verlässliche und rechtsverbindliche Entscheidung zur Einstellung in die Schutzzeit getroffen ist, ist der Druck immernoch immens. Heute findet die vorerst letzte Therapiesitzung statt, da ich die Kosten nicht mit einer mündlichen Zusage begleichen kann. Auch das Coaching musste ich aussetzen.

Finanzierung

Damit wäre zu meinem aktuellen Job alles notwendige gesagt. Ich rutsche derzeit nicht in HARTZ4 und kann nur hoffen, dass das so bleibt. Besserung erst, wenn die Reha-Finanzierung durch die Bundeswehr endlich kommt.

Druck vom Unterhaltssicherungsamt wird bald kommen – Reserven sind keine mehr vorhanden. Abschluss des Studiums weiterhin ungewiss.

Sofern eine Wiedereinstellung zu Reha und beruflichen Qualifikationsmaßnahmen erfolgt, wird mein Ziel ein Masterstudium sein. Der meinem Lebensalter und den normalen Laufbahnzielen eines (Ex-)Offiziers angemessene Ausbildungshöhe.

Ob und wie lange ich diese Schutzzeit in Anspruch nehme kann ich derzeit nicht sagen. Jegliche Form von Repressalien werde ich nicht dulden. Meine Bundeswehrzeit ist vorbei – in der Regenerationsphase werde ich nicht in Einsätze gehen, keine Uniform tragen und sicherlich auch kein Blatt vor den Mund nehmen.

Mir wurde bereits angekündigt, natürlich in gewissem Maße Dienst in einer Kaserne leisten zu müssen. Ich bin gespannt, was man da für mich vorsehen will. Gammeldienste oder Beschäftigungstherapien, wie anderen Kritikern bereits passiert werde ich nicht hinnehmen. Die Institution steht nicht gerade im Ruf, mit Kritik besonders gut zurecht zu kommen.

Alles in allem: die Maßnahmen kommen / kämen spät. Die Berabeitungszeit seit der Diagnose hat bei mir zwar längst nicht die Ausmaße erreicht, wie in anderen Fällen, doch positiv ist das nicht. Bildlich gesprochen laufen Ex-Soldaten mit Einsatzerkrankung erst einmal mit einem gebrochenen Bein durch die Welt, bis sich irgendwann eine unterbesetzte Verwaltung durch die oppulent Dimensionierten Instanzen gearbeitet hat.

Wer nicht aufgibt, wird irgendwann versorgt. Wer aufgibt tut es, um sich nicht weiter und noch mehr zu belasten. Manche verzweifeln am System. Manche verzweifeln und treten aus dem Leben. Teils, ohne überhaupt je versucht zu haben, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Verantwortung übernehmen und Fürsorge zeigen – so sieht das für mich auch 2015 noch nicht aus.

Transparenz

In Wir-Dienten-Deutschland.de werde ich festhalten:

– was die Forderungen des Dienstherrn an mich sind
– wie das meine Berichterstattung beeinflusst (wird es nicht)
– wie die Unterstützung während der Rehaphase aussieht
– wo es hakt …

Der Dienstherr wird weiterhin mit einem Kritiker aus den eigenen Reihen leben müssen. Ich hoffe, dass in meinem Fall nicht ähnliche Auswirkungen und Repressalien kommen, wie ich z.B. aus Kreisen des Darmstädter Signals geschildert bekomme.

Ich bleibe – nach den Erfahrungen des Afghanistaneinsatzes – auch weiterhin ein Kritiker des Konzepts NATO. Schlicht, weil ich die nationale Dominanz, die ich im Bündnis sehe nicht mit unseren Werten vereinbar sehe.

Militärische Alleingänge eines einzelnen Staates haben entlang des Afghanistaneinsatzes die Bundeswehr und Deutschland in Verruf gebracht – davor die Augen zu verschließen ist fahrlässig.

Themenausblick

Nach dem Screening von Snowdens Great Escape gestern abend im Babylon-Kino werde ich heute Abend die gekürzte Fassung, die die ARD sendet kommentieren und auch live zum Folgefilm twittern.

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Zunächst offline

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In den nächsten Tagen bin ich überwiegend offline. Das schließt wahrscheinlich auch eMail ein. TV und Twitter bleiben aus. Nicht nur der Druck was die Existenzsicherung angeht nahm stetig zu. Mit den Vorfällen in Paris und den Diskussionen, die auf Twitter und im TV geführt werden komme ich kaum noch klar. Die Verknüpfung zu den Vorfällen im ISAF-Einsatz während der Islamkarrikaturen ist zu stark.

Fremdenfeindlichkeit, Populismus, Anti-Islamäußerungen – dieser Gesellschaft beim Durchdrehen zuzuschauen ist nichts, was ich momentan ertrage.

Hoffe, ich bin bis zur nächsten NSA-Ausschussitzung wieder fit.

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Trigger Tage – Therapie & Coaching unterbrochen

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In den letzten beiden Tagen musste ich eine Entscheidung treffen. Das Verfahren um die Wehrdienstbeschädiung läuft immernoch. Auch, wenn mir der Arzt im Bundeswehrkrankenhaus (mündlich) mitteilte, dass er den Einsatzbezug der Erkrankung als gegeben sieht: bis dato ist keine Reha und keine Kostenübernahme der Behandlungskosten gesichert.

Auf Druck des Büros des PTBS-Beauftragten erhielt ich nun am 06.01.2015 den Zwischenbescheid, dass die Weiterleitung meines Falles an die nächste Abteilung erfolgte. Die telefonische Rücksprache heute hat ergeben, dass die nächste Instanz nun drei Monate Zeit hat, ein Folgegutachten zu verfassen. Ausgang: ungewiss.

Entscheidungen

Durch den Jobverlust zu Ende Dezember muss ich spätestens zum Ende Januar eine neue Konstellation für die Krankenversicheurng anmelden. Freiwillig gesetzlich oder Privat: beides wird mich rund 180 bis 250 Euo kosten. Die derzeitigen Einnahmen reichen nicht aus, um Unterhalt in vollem Umfang zu zahlen. Gleiches gilt für die Therapiekosten und die Kosten für das Coaching.

Um wenigstens die Forderungen des Unterhaltssicherungsamtes bedienen zu können (360 Euro monatlich) bin ich nun gezwungen, Therapie und Coaching abzubrechen. Dispo und Reserven sollten für etwa 3 Monate ausreichen, um den Terror des Unterhaltssicherungsamtes abzuwehren. Zahle ich nicht, wird Druck auf mich ausgeübt jeden nur zumutbaren Job anzunehmen, um Unterhalt zu erwirtschaften.

Das kann auch dazu führen, dass die Fortsetzung des Studiums “nicht gestattet” wird. All das wegen einer Erkrankung, die seit

April 2013 seitens der Bundeswehr diagnostiziert wurde,
Juli 2013 durch die Bundeswehr als behandlungsbedürftig bestätigt wurde,
November 2014 durch einen Bundeswehrarzt als einsatzbedingt eingestuft wurde.

Durch Unterhaltsforderungen und das noch anzuschließende Studium kann ich nicht genügend Zeit für Therapiemaßnahmen aufwenden. Die stressbedingte Erkrankung, die eigentlich eine Reduzierung des Stresspegels erfordern würde wird durch immer neuen zusätzlichen Stress durch

– Nullkommunikation von Bundeswehr / Wehrbeauftragten / PTBS-Beauftragten / Fallmanagerin
– keine verlässlichen Aussagen zur Kostenübernahme
– Ungewissheit, wie die nun neu laufende Begutachtung durch die nächste Fachabteilung ausgehen wird
– keine verlässliche Darstellung, wie das WDB-Verfahren nun überhaupt organisiert ist (neues System seit 2015)

schlichtweg erschwert.

Reale Folgen

Ich schlafe kaum noch, erholsam schon gar nicht und die Konzentration leidet stark unter dem Druck. Vergessen Passwörter / Passwortsystematiken machen mir die redaktionelle Arbeit derzeit sehr schwer. Ich esse unregelmäßig – wenn überhaupt. Ich ziehe mich stark von Freunden und Familie zurück, habe den Kopf nicht mehr frei um an einem normalen Alltagsleben teilzunehmen. Maßnahmen zur Stressreduzierung (Entspannungsübungen) greifen kaum noch – seit dieser Woche gefühlt nicht mehr.

Ich merke, das mich die seit Monaten andauernde Anspannung immer mehr auslaugt. Gut gemeinte Ratschläge, doch “mal zu entspannen” oder “das Arbeitspensum zu reduzieren” lassen ausser Acht, was die Existenzbedrohung bewirkt.

Ich konnte durch die Unterstützung zwischen September und Dezember einen guten Rythmus bei Therapie und Coaching erreichen. Dennoch waren die Belastungen von zwei Jobs und dem abzuschließendem Studium zu hoch. Die Leistungen in dem Job, der Krankenversicherung und rund 300 Euro Einkommen sicherte blieben hinter den Erwartungen zurück und ich wurde im Januar verständlicherweise nicht weiterbeschäftigt.

So gut der Urlaub im Oktober tat – und der war dringend notwendig – die fehlenden Einnahmen im Oktober und November machen sich bemerkbar. Auch der Dezember bringt weniger Geld, da ich zwischen Weihnachten und Neujahr die Kinder zu Gast hatte.

Ich weiß nicht, wie und wem ich noch deutlich machen muss, dass ich eine VERLÄSSlICHE Entlastung und eine VERLÄSSLICH Perspektive für die NOTWENDIGE Therapie und den Abschluss meines Studiums brauche.

Ich habe keine Zeit, auf die schlecht organisierten und unterbesetzen Verwaltungmühlen zu warten, die mit Schwung mal eine halbe Milliarde an die Wand fahren, aber nicht in der Lage sind genügend Ärzte und Gutachter zu organiseren, um die Veteranen des Afghanistankrieges zu versorgen. Ich kann nur erahnen, wie vielen Ex-Soldaten / Veteranen das genau so geht.

Jobsuche?

In der derzeitigen Lage kann ich kaum in einen neuen Job einsteigen oder zwei bis drei Mini-Jobs bewältigen, wenn es schon schwer genug fällt, überhaupt in einem Job zuverlässig zu sein.

Kein Mensch bei Verstand käme auf den Gedanken, einen Patienten mit kaum verheiltem offenen Beinbruch mal eben den Gips runter zu reißen und einen Marathon laufen zu lassen – ein Verständnis zu psychischen und stressbedingten Erkrankungen scheint es indess nicht zu geben.

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